Vergangene Veranstaltungen
Festival | Lesung | Diskussion/Gespräch | Musik/Konzert
Ein Abend für Esther Bejarano
Uebel & Gefährlich, Feldstraße 66, 20359 Hamburg
Eintritt: 15 € Anmeldung hier
Esther Bejarano (1924–2021) war Überlebende von Auschwitz, Mitglied des Mädchenorchesters, Antifaschistin, Zeitzeugin, Aktivistin – und bis ins hohe Alter eine laute, unbequeme Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt.
Dieser Abend ist ihr gewidmet: als Erinnerung, als Dank – und als Aufforderung, weiterzumachen.
Tanzperformance – Jenny Beyer
Jenny Beyer zeigt in ihrer Performance einen Ausschnitt des dokumentarischen Tanzsolos Zurück zu Ali. Im Zentrum steht die Biografie ihres Großvaters Walter »Ali« Beyer, kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Das Stück verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Recherche und untersucht, wie sich familiäre Geschichten über den Körper künstlerisch vermitteln lassen. Es stellt Fragen nach Erbe, Erinnerungskultur und der Relevanz individueller Geschichten im aktuellen gesellschaftlichen Klima – angesichts eines europaweiten Erstarkens rechter Bewegungen.
Die Uraufführung findet bereits am 25.03.2026 auf Kampnagel statt: https://kampnagel.de/produktionen/jenny-beyer-zurueck-zu-ali-at
Lesungen
Dan Thy Nguyen liest aus „Sonnenblumenhaus“. Das Buch nähert sich den rassistischen Pogromen von Rostock-Lichtenhagen 1992 aus einer persönlichen Perspektive und fragt nach den blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur. Nguyen, Autor, Regisseur und Theatermacher, verwebt eigene Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse – und macht deutlich, wie tief die Kontinuitäten rechter Gewalt in der deutschen Nachkriegsgeschichte verankert sind.
Benet Lehmann liest aus „Esthers Spuren“, das Buch erzählt Esthers Leben aus ihrer eigenen Perspektive – und zeigt sie als Überlebende, Musikerin und unermüdliche Kämpferin gegen das Vergessen und gegen Rechtsextremismus. Die Recherchen zum Buch »Esthers Spuren« wurden mit einem Sonderpreis zum Thema Judentum und Antisemitismus des Humboldt-Preises und dem Silten-Preis für Holocaustforschung ausgezeichnet. Daneben schreibt Benet Lehmann für Zeitungen und Magazine.
Diskussion: Kontinuitäten rechter Gewalt – Warum Verdrängen keine Option ist
Mit: Jenny Beyer · Daniel Kahn · Dan Thy Nguyen · Benet Lehmann · Anton Sefkow (Enkel von Esther Bejarano) ·
Die Gesprächsrunde nimmt Esthers politische Haltung ernst: Erinnerung ist kein Selbstzweck. Diskutiert werden die Zusammenhänge zwischen historischer Gewalt, mangelnder Aufarbeitung und aktuellen rechten Bedrohungen – sowie die Frage, welche Verantwortung Kunst, Bildung und Zivilgesellschaft heute tragen.
Musik – Daniel Kahn
Der Musiker, Komponist und Dichter Daniel Kahn verbindet jiddische Lieder, Klezmer, Folk und Punk mit politischer Poesie und radikaler Gegenwartsanalyse. Kahn, der viele Jahre in Berlin lebte, steht für eine zeitgenössische, widerständige jüdische Kultur, die Erinnerung nicht museal denkt, sondern als lebendige Praxis. Seine Musik knüpft an Traditionen des antifaschistischen Widerstands an – mit Ironie, Wut und Hoffnung.
Ein Abend für Esther ist kein stilles Gedenken.
Es ist ein politischer Abend.
Ein künstlerischer Abend.
Ein solidarischer Abend.
Und vor allem: ein Abend, der Esthers Haltung weiterträgt.
Unterstützt wird der Abend von der Behörde für Kultur und Medien, dem Freundeskreis Neuengamme und der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.
Eintritt: 15 €
Vortrag/Lesung
Aktivismus und Expertise. Wissensgeschichten sozialer Bewegungen seit den 1970er Jahren
Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und online, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Ob in der Friedens-, Umwelt- und Frauenbewegung – angesichts gesellschaftlicher Krisen wuchs seit den 1970er Jahren bei vielen Aktivist:innen der Zweifel, ob die etablierten Wissenschaften noch in der Lage waren, wirksame Lösungen für die Probleme der Zeit zu liefern. Daher war es für die sozialen Bewegungen zentral, eigenes Wissen über soziale, politische oder ökologische Herausforderungen und deren Bewältigung bereitzustellen. Sie mobilisierten mit diesem Wissen Unterstützung und nutzten es, um ihre politischen Anliegen voranzubringen.
Doch wie entstand dieses Wissen? Wann und wie wurde es wirksam? Ein neuer Sammelband an der FZH hat sich diesen Fragen gewidmet. Die Herausgeberinnen Anna Horstmann und Ruth Pope werden im Gespräch mit dem Historiker Alexander von Schwerin die wichtigsten Ergebnisse vorstellen und diskutieren. Für den Abend widmen sie sich dabei vor allem der Frauen- und Umweltbewegung der 1970er bis 1990er Jahre, richten ihren Blick aber auch auf die Gegenwart und fragen: Wie prägen die Neuen Sozialen Bewegungen noch heute unser Verständnis von Expertise und Aktivismus?
Moderation: Stefan Mörchen (FZH)
Gespräch:Anna Horstmann (Universität Bielefeld) / Ruth Pope (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) / Alexander von Schwerin (TU Braunschweig)
Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe "Geschichte wird gemacht – Zeitgeschichtliche Projekte aus Hamburg" satt.
In der Veranstaltungsreihe präsentiert die FZH an fünf Abenden in Vorträgen und Gesprächen aktuelle Forschungsergebnisse und Projekte. Das Spektrum der historischen Themen reicht von der Geschichte der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) in der NS-Zeit über die Wissensgeschichte sozialer Bewegungen seit den 1970er Jahren bis zur Entstehung, Arbeitsweise und Selbstverortung Hamburger Geschichtswerkstätten in den 1980er und 1990er Jahren. Fragen der Erinnerungskultur werden anhand des neu erschlossenen Nachlasses der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano beleuchtet, der nun im Archiv der FZH beforscht werden kann. In der abschließenden Veranstaltung bieten Expert:innen praxisnahe Einblicke in die Methode der Oral History und diskutieren den Umgang mit Zeitzeug:innen und mündlichen Erinnerungen. Damit verbindet das Programm wissenschaftliche Analysen mit lebendigen Debatten über zentrale Fragen der Zeitgeschichte.
Die Vorträge werden online via Zoom übertragen, der Link wird zeitnah auf der Website der FZH bekannt gegeben.
Alle Infos zur Vortragsreihe hier.
Veranstalter

Do 23.04.26
18:30 – 20:00 Uhr
Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und online
Beim Schlump 83
20144 Hamburg
Führung
Historische Stadtteilführung: Der FC St. Pauli im Nationalsozialismus
FC St. Pauli Museum FC St. Pauli Museum (in der Gegengerade des Millerntor-Stadions), Heiligengeistfeld 1, 20359 Hamburg
ab 5,00 €, Infos und Tickets hier
Der FC St. Pauli im Nationalsozialismus
Spurensuche auf St. Pauli und in der Neustadt. Der historische Rundgang führt vom Heiligengeistfeld, dem Geburtsort des Fußballs auf St. Pauli, durch die Neustadt zu Orten des Unrechts, des Naziterrors und des Widerstands. Wie verhielt sich der FC St. Pauli während der Zeit des Nationalsozialismus, und welche Rolle spielten seine Mitglieder? Auf unserem Weg durch St. Pauli und die Neustadt nähern wir uns verschiedenen Biografien und zeigen unterschiedliche Formen der Aufarbeitung der Geschichte im Stadtteil auf.
Veranstalter

Do 23.04.26
18:00 Uhr
FC St. Pauli Museum FC St. Pauli Museum (in der Gegengerade des Millerntor-Stadions)
Heiligengeistfeld 1
20359 Hamburg
ab 5,00 €, Infos und Tickets hier
Lesung
Buchvorstellung: Das Hüttengefängnis in der Hamburger Neustadt
Teehaus Große Wallanlagen, Holstenwall 30 , 20355 Hamburg
Anmeldungen hier
Ende 2025 erschien im Schaff-Verlag das „hamburger bauheft“ Nr. 50 über das ehemalige Polizeigefängnis in der Hamburger Neustadt in der Straße Hütten. Die ältesten Teile des Hauses sind über 165 Jahre alt. Heute wird das Gebäude als Männerwohnheim „Helmuth Hübener-Haus“ genutzt. Hübener war ein 17-jähriger Hamburger Widerstandskämpfer, der 1942 im Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.
Autor des Bauheftes ist Herbert Diercks, ehemaliger Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Das Hüttengefängnis wird als Beispiel Hamburger Baugeschichte in seinen sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen erörtert. Dazu gehört seine Verwendung als Haftort verfolgter Männer und Frauen im Nationalsozialismus.
Ablauf:
Einführung Dr. Jörg Schilling, Schaff-Verlag: Zur Geschichte des Veranstaltungsortes Teehaus
Vortrag Herbert Diercks: „Polizeigefängnis, ‚Jugendknast‘ und Wohnheim: Kontinuitäten und Brüche in der Geschichte des ehemaligen Hüttengefängnisses.“ Im Zentrum seines Vortrags stehen die Geschehnisse 1933 bis 1945 – das Polizeigefängnis Hütten als Ort nationalsozialistischer Verfolgung.
Im Anschluss an die Veranstaltung wird eine Kurzführung zum ehemaligen Hüttengefängnis angeboten.
Veranstaltungsort ist das nahe dem Hüttengefängnis gelegene architektonisch eindrucksvolle Teehaus in den Großen Wallanlagen.
Diskussion/Gespräch | Film
Spurensuche zu Zwangsarbeit in der NS- Zeit in Hamburg
Grüner Bunker, Feldstraße 66, 20359 Hamburg, Vereinsräume Hilldegarden, Level 4
Anmeldungen hier
Nach über 60 Jahren besuchen ehemalige Zwangsarbeiter*innen aus der Ukraine und Russland erstmals wieder Hamburg, wo sie im 2. Weltkrieg Zwangsarbeit leisten mussten. Die Filme dokumentieren ihre Geschichte begleiten sie an einiger Orte an denen sie als sog. Ostarbeiter eingesetzt und untergebracht waren.
Es werden zwei Videofilme von Jürgen Kinter gezeigt, die im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme entstanden.
Hamburg 2012
Mit dieser Veranstaltung soll die Erinnerung an die lange verdrängte Geschichte der Zwangsarbeit in Hamburg an einigen Beispielen wachgehalten werden.
Der Filmemacher Jürgen Kinter wird in die Entstehung der Filme einführen.
Gemeinsame Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Barmbek und Hilldegarden e.V.
Ort: Bunker Feldstrasse 66, Vereinsräume Hilldegarden, Level 4, entweder über den Bergpfad oder nach Absprache über den Aufzug (dann barrierefrei zugänglich).
Eintritt frei, Anmeldung zur besseren Planung erbeten unter anmeldung@hilldegarden.org.
Spontanbesuche willkommen.
(Bei Anmeldung per Mail, bitte die Veranstaltung nennen)
Veranstalter

Do 23.04.26
18:00 – 20:00 Uhr
Grüner Bunker
Feldstraße 66
20359 Hamburg
Vereinsräume Hilldegarden, Level 4
ja
Anmeldungen hier
Führung
Rund ums Stadthaus und in die Neustadt
Neuer Wall beim Görtz-Palais
ohne Anmeldung
Von Gasthäusern, Kriminellen und Kommunisten im „Nachtjackenviertel“, von Fiskalischen und anderen Verfolgungen
Was hat der „Lord von Barmbeck“ mit der NS-Verfolgung zu tun? Woher hat die Heiliggeistbrücke ihren Namen? In welchem Hamburger Sterne-Hotel war die Zentrale der Ausplünderung der EmigrantInnen und Deportierten? (Das „Tortue“ war es nicht.) Welche Zeitungen erschienen früher im heutigen „Renaissance“-Hotel? Am Alten Steinweg und in der Peterstrasze geht es um jüdische Geschäftsleute, um widerständiges und queeres Leben und um die Ideale der „Führerstadt Hamburg“.
Treffpunkt: Neuer Wall beim Görtz-Palais, vor dem Petersen-Denkmal, Ende Nähe Großneumarkt, Dauer ca. 2 Stunden. Eine Tour von Wiebke Johannsen.
Veranstalter
Do 23.04.26
16:00 Uhr
Neuer Wall beim Görtz-Palais
ohne Anmeldung
Diskussion/Gespräch
Podiumsgespräch: Unsichtbare Geschichte sichtbar machen
Mahnmal St. Nikolai , Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg
Welche erinnerungskulturell bedeutsamen Orte prägen unsere öffentliche Wahrnehmung – und welche nicht? Begleitend zur aktuellen Sonderausstellung „Auschwitz, Fußnoten“ beschäftigt sich dieser Abend mit der Debatte um die Sichtbarkeit von geschichtsträchtigen Orten in Hamburg.
Akteur:innen verschiedener bekannter und weniger bekannter Hamburger Orte diskutieren über die Herausforderungen für Geschichtsschreibung und Gedenkkultur sowie über zivilgesellschaftliche Formen des Gedenkens bzw. der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Impuls: Sven Ellerbrock, Fotograf, Kurator der Ausstellung „Auschwitz, Fußnoten“
Barbara Hartje, Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V. für die Initiativgruppe Gedenkort Kinderkrankenhaus Rothenburgsort
Dr. Kim Todzi, Historiker, bis März 2025 wissenschaftlicher Koordinator des Projektverbundes „Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung’“
Michael Batz, Autor und Lichtkünstler, engagiert sich u.a. für die Sichtbarmachung Orte jüdischen Lebens in Hamburg
Moderation: Corinna Below, Journalistin
Weitere Informationen hier.
Veranstalter

Mi 22.04.26
19:00 Uhr
Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
Lesung | Musik/Konzert
„Deutschland, siehst du das nicht?“ – Literaturkonzert über den Untergang der Weimarer Republik
Hauptkirche St. Petri, b. d. Petrikirche 2, 20095 Hamburg
Eintritt frei
Mit ihrem eindringlichen Literaturkonzert „Deutschland, siehst du das nicht?“ widmen sich das Bläserquintett OPUS 45 und der Schauspieler Roman Knižka (Foto) der dramatischen Schlussphase der Weimarer Republik (1929–1933). Ausgezeichnet mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2025 der Stiftung Auschwitz-Komitee verbindet das Programm literarische und musikalische Zeugnisse einer Epoche zwischen kultureller Blüte und politischem Abgrund.
Texte u. a. von Erich Kästner, Mascha Kaléko, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky treffen auf Reportagen und Zeitdokumente von Victor Klemperer, Sebastian Haffner und Dorothy Thompson. Ihnen zur Seite steht die musikalische Vielfalt der Zeit – von Hanns Eisler und Kurt Weill bis hin zu Swing von Cole Porter und den Liedern der Comedian Harmonists.
Ein besonderes Augenmerk gilt einem eigenen Kapitel über Hamburg in den Jahren 1929 bis 1933: Wie erlebten die Menschen vor Ort die zunehmende Radikalisierung, die sozialen Spannungen und den politischen Umbruch? So verbindet das rund 90-minütige Programm historische Reflexion mit einem unmittelbaren Blick auf die Stadtgeschichte.
Das Konzert stellt dabei eine zentrale Frage, die bis heute nachwirkt: Welche Lehren lassen sich aus dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie ziehen?
Dank der Förderung durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg ist der Eintritt frei.
Termine:
21. April, 19 Uhr – Dreieinigkeitskirche / Georgskirche
22. April, 19 Uhr – Hauptkirche St. Petri
Einlass jeweils ab 18:30 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten.
Veranstalter
Bläserquintett OPUS 45 und Schauspieler Roman Knižka (Foto: Tom Solo)
Veranstalter

Mi 22.04.26
19:00 Uhr
Hauptkirche St. Petri
b. d. Petrikirche 2
20095 Hamburg
Eintritt frei
Film
Storia di Sergio: Schulvorstellung und Zeitzeuginnengespräch
Metropolis Kino , Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
kostenlos, Anmeldung hier
Vorführung des Animationsfilms „Storia di Sergio“ (30 Min. Italienisch mit englischen Untertiteln), frei nach dem Buch „Storia di Sergio“ der Schwestern und Andra und Tatiana Bucci. Beide haben als Kinder das Konzentrationslager Auschwitz überlebt.
Im Anschluss findet ein Gespräch mit Tatiana Bucci statt, bei denen Schülerinnen und Schüler Fragen stellen können. In italienischer Sprache mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche von Ulrike Schimming.
„Storia di Sergio“ erzählt die Geschichte von Sergio De Simone, einem neapolitanischen Jungen, der im Alter von nur 6 Jahren mit seiner Familie und seinen kleinen Cousinen Andra und Tatiana Bucci nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. 1944 wurden zwanzig Kinder, zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren aus verschiedenen Teilen Europas aus dem Konzentrationslager in das KZ Neuengamme gebracht, wo an ihnen pseudo-medizinische Versuche durchgeführt wurden. Auch Sergio wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Neuengamme gebracht, wo er seine Mutter zu finden hoffte. Am 20. April 1945 wurden alle Kinder sowie vier betreuende Erwachsene und mind. 24 sowjetische Häftlinge im Keller der Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg ermordet. So sollte vertuscht werden, dass der Nazi-Arzt Kurt Heißmeyer an ihnen Tuberkulose-Experimente durchgeführt hatte. Nach dem weltweiten Erfolg des Animationsfilms „La stella di Andra e Tati“ präsentiert Larcadarte cartoons das Prequel, „Storia di Sergio“, unter der Regie von Rosalba Vitellaro und mit Zeichnungen von Annalisa Corsi.
Eine Veranstaltung des Istituto Italiano di Cultura Hamburg und der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm
Tickets unter: reservierung@metropoliskino.de
Veranstalter
Mi 22.04.26
11:00 Uhr
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
20354 Hamburg
ja
kostenlos, Anmeldung hier
Führung
Bunkerführung Hamm
Inmitten des zentrumsnahen Stadtteiles Hamburg-Hamm befindet sich das in der Stadt einzige unterirdische Bunkermuseum. Der Vier-Röhrenbunker aus dem Jahre 1940/41 wurde mit nachgebautem Mobiliar in seinen Ursprungszustand versetzt, sodass ein Museum entstand, bei dem bereits das Gebäude an sich einen Bestandteil der gesamten Ausstellung bietet.
Der Bunker besteht aus einem Eingangsbereich mit Treppe in die Tiefe, Gasschleuse, vier Röhren (Breite 2 m, Länge 17 m, lichte Höhe 2,25 m), die jeweils 50 Menschen Platz boten, sowie einem Notausstieg. Seine Wände weisen eine Stärke von einem Meter dickem Beton auf, die mit einer Bewehrung zusätzlich verstärkt sind. Die Sohle liegt etwa fünf Meter tief im Erdreich.
Dargestellt werden persönliche Erlebnisse von Zeitzeugen der Luftangriffe auf Hamburg-Hamm im Jahr 1943, aber auch die von Bewohnern des Londoner Stadtteiles Holborn auf ihr Wohngebiet. Weitere Themen sind dem Luftschutz und den verschiedenen Luftschutzbauten gewidmet. Zahlreiche Ausstellungsstücke und Dokumente vertiefen die Präsentation, die auch durch ihre vielen großformatigen, historischen Fotos besticht.
Veranstalter
Lesung | Musik/Konzert
„Deutschland, siehst du das nicht?“ – Literaturkonzert über den Untergang der Weimarer Republik
Dreieinigkeitskirche / Georgskirche, St. Georgs Kirchhof 3, 20099 Hamburg
Eintritt frei
Mit ihrem eindringlichen Literaturkonzert „Deutschland, siehst du das nicht?“ widmen sich das Bläserquintett OPUS 45 und der Schauspieler Roman Knižka (Foto) der dramatischen Schlussphase der Weimarer Republik (1929–1933). Ausgezeichnet mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2025 der Stiftung Auschwitz-Komitee verbindet das Programm literarische und musikalische Zeugnisse einer Epoche zwischen kultureller Blüte und politischem Abgrund.
Texte u. a. von Erich Kästner, Mascha Kaléko, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky treffen auf Reportagen und Zeitdokumente von Victor Klemperer, Sebastian Haffner und Dorothy Thompson. Ihnen zur Seite steht die musikalische Vielfalt der Zeit – von Hanns Eisler und Kurt Weill bis hin zu Swing von Cole Porter und den Liedern der Comedian Harmonists.
Ein besonderes Augenmerk gilt einem eigenen Kapitel über Hamburg in den Jahren 1929 bis 1933: Wie erlebten die Menschen vor Ort die zunehmende Radikalisierung, die sozialen Spannungen und den politischen Umbruch? So verbindet das rund 90-minütige Programm historische Reflexion mit einem unmittelbaren Blick auf die Stadtgeschichte.
Das Konzert stellt dabei eine zentrale Frage, die bis heute nachwirkt: Welche Lehren lassen sich aus dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie ziehen?
Dank der Förderung durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg ist der Eintritt frei.
Termine:
21. April, 19 Uhr – Dreieinigkeitskirche / Georgskirche
22. April, 19 Uhr – Hauptkirche St. Petri
Einlass jeweils ab 18:30 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten.
Veranstalter
Bläserquintett OPUS 45 und Schauspieler Roman Knižka (Foto: Tom Solo)
Veranstalter

Di 21.04.26
19:00 Uhr
Dreieinigkeitskirche / Georgskirche
St. Georgs Kirchhof 3
20099 Hamburg
Eintritt frei
Workshop | Schulveranstaltungen
Dagesh on Tour (Schulprogramm)
Kostenlose Kunst-Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren
Dagesh on Tour vermittelt in Workshops mit kreativen und emanzipatorischen Methoden künstlerische Perspektiven auf die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Die Kooperation jüdischer Gegenwartskünstlerinnen mit Bildungsreferent:innen zur Vermittlung kunstpädagogischer Inhalte durch zeitgenössische jüdische Kunst ist ein Novum in der kulturellen Bildungslandschaft Deutschlands. Dieser Ansatz eröffnet neue Zugänge zur Kunst und zur aktuellen jüdischen Lebenswirklichkeit. Der Zugang zu den Inhalten und die Vermittlung unterschiedlicher Dimensionen geschieht dabei mit Bezug auf das eigene künstlerische Arbeiten der Workshopleitungen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf junge Menschen, die in Risikolagen aufwachsen.
Dagesh on Tour ist ein außerschulisches Angebot. Die Workshops müssen als zusätzliches, außerunterrichtliches Angebot durchgeführt und deshalb vom Schulunterricht praktisch handhabbar abgegrenzt werden, z.B. im Rahmen von Projekttagen und -wochen oder Ferienangeboten.
Dauer: 1,5 - 2 Std.
Veranstalter
Workshop | Schulveranstaltungen
Hilft Erinnerungskultur gegen Antisemitismus und Rassismus? (Schulprogramm)
Workshop mit Benet Lehmann
Schulveranstaltung ab Klasse 11
Es ist fünf nach zwölf. Die letzten Zeitzeug:in-nen des Nationalsozialismus versterben. In Deutschland wird wieder über die Bedeutung der Shoah gestritten. Im Parlament wird versucht, die erkämpften Grundsätze des Gedenkens anzuzweifeln.
Aber was haben Erinnerungskultur und der Kampf gegen Rechtsextremismus eigentlich miteinander zu tun?
In dem Sachbuch »Esthers Spuren« hat sich Benet Lehmann mit der Geschichte der Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus auseinandergesetzt. Welche Rolle spielt das Erbe der Zeitzeug:innen? Wer erinnert an wen und warum? Hilft Erinnerungskultur gegen steigenden Antisemitismus und Rassismus?
Benet Lehmann, geb. 1997, hat Geschichte, Englisch und Kunstgeschichte in Hamburg, Berlin und Jerusalem studiert und promoviert gegenwärtig zu Fotografien aus dem Zweiten Weltkrieg und ihrer erinnerungskulturellen Bedeutung heute.
»Wenn das so weitergeht, wenn die Leute jetzt wieder schweigen, dann haben wir bald die gleiche Situation wie damals.«
Esther Bejarano
Dauer: 1,5 - 2 Std.




