Stimmen zur Befreiung
Kontakt: E-Mail oder +49 (0)40 468 98 040
Vor knapp 80 Jahren, am 8. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg – ein Tag der Befreiung insbesondere für die Verfolgten des nationalsozialistischen Regimes. Anlässlich dieses Datums möchten die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen sowie das Mahnmal St. Nikolai mit einer hamburgweiten Aktion die Stimmen derer in die Öffentlichkeit tragen, die vom NS-Regime verfolgt wurden.
Damit diese Stimmen der Befreiten eine möglichst öffentlichkeitswirksame Verbreitung finden, freuen wir uns über eine vielfältige Beteiligung. Alle zivilgesellschaftlichen Akteur:innen (Vereine, Schulen, Kirchengemeinden, Initiativen, Jugend- und Kulturhäuser, Freundeskreise, etc.) sind aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Datum, Ort und Veranstaltungsform sind frei wählbar. Denkbar sind Lesungen oder künstlerische Interventionen an unterschiedlichsten öffentlichen Orten, sei es Orten der Verfolgung, Gedenkstätten, ehemaligen Wohnorten, Arbeitsplätzen oder Schulen von Verfolgten und vieles mehr.
Ihre Aktion kann auf dieser Website sichtbar platziert werden. Ihre Teilnahme an diesem Projekt trägt nicht nur dazu bei, diese wichtigen Geschichten lebendig zu halten, sondern sie setzt auch ein starkes Zeichen, dass uns die nationalsozialistische Vergangenheit noch heute bewegt und eine Auseinandersetzung mit ihr uns zum Handeln für die Demokratie und gegen Geschichtsrevisionismus auffordert.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie Teil dieser Kampagne werden und uns damit unterstützen, die Stimmen der Befreiten in die Öffentlichkeit zu tragen. Für weitere Informationen, Eintragung einer Veranstaltung auf der Webseite sowie bei Interesse zum Erhalt eines Materialpakets mit Zeitzeug*innenberichte, Fotos, Zitaten etc. wenden Sie sich gern an die Kolleg*innen des Mahnmals St. Nikolai. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!
Veranstalter
Workshop
WER WAR DR. LEVY
Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen Honigfabrik, Industriestr. 125–131, 21107 Hamburg
kostenlos, Anmeldung hier
Zwei Erinnerungs-Workshops
Im Rahmen der jährlichen Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte bietet die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg zwei Kreativ-Workshops an. Grundlage der Workshops sind unsere ersten Forschungsergebnisse des im letzten Jahr gestarteten Projektes für digitale und analoge Erinnerungsorte zu NS - Verfolgten. Dazu gehören Lebensläufe von Menschen, die in Wilhelmsburg für eine demokratische, offene Gesellschaft eintraten und die sich darüber hinaus für soziale Belange in ihrem Umfeld engagierten und dafür einen hohen Preis zahlen mussten. Einer von ihnen war Dr. Arthur Levy. Eine Frage kam bei unseren Recherchen immer wieder auf: Wie erzählt man die Biographie eines Menschen von dem es nur eine Akte oder kaum historische Fotos gibt?
In zwei Workshops machen wir uns anhand von Fragmenten aus dem Leben von Dr. Levy auf Spurensuche unserer eigenen Geschichte.
Zeichnend erinnern:
In diesem Workshop werden wir selber kreativ: Mit Stift oder Pinsel, mit Schere oder Collage gestalten wir eigene Bilder. Was bleibt eigentlich von uns als Mensch übrig, wenn wir unser eigenes Leben nur anhand von Akten nacherzählen müssten? Und wie sah Wilhelmsburg wohl vor 80 oder 90 Jahren aus? Dabei kann alles entstehen: Von der einfachen Strichmännchenzeichnung bis zur ausgearbeiteten Zeichnung, ein kleiner Comicstrip, eine wilde Fotocollage... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und es geht uns mehr als um den kreativen und reflexiven Prozess als das tatsächliche Endprodukt. Der Workshop wird von der Illustratorin Sarah Gorf-Roloff (Studio Ranokel) geleitet. Er richtet sich an alle Interessierten, egal wie „gut“ sie zeichnen können oder nicht! Material wird gestellt, darf aber gerne auch nach eigenen Interessen mitgebracht werden.
Beispielillustration Sarah Gorf Roloff
Schreibend erinnern:
"Das Kind auf dem Foto könnte ich sein". In dem Workshop probieren wir das kreative Schreiben mithilfe von Übungen aus, um die erste Hürde zu überwinden, mit dem Schreiben anzufangen. Jeder und jede wählt ein historisches Foto aus dem Archiv der Geschichtswerkstatt aus. Wir versetzen uns in eine der abgebildeten oder fotografierenden Personen und greifen dabei auf eine eigene biographische Erinnerung zurück. So stellen wir einen Dialog mit einem Foto her, das vor ca. 100 Jahren hier in Wilhelmsburg aufgenommen wurde. Ziel des Workshops ist es, eine persönliche Erfahrung mit kreativem Schreiben zu machen und einen kurzen literarischen Text zu Papier zu bringen. Es sind keine Vorkenntnisse nötig - nur der Wunsch, schreibend eine eigene Erinnerung oder Lebenssituation zu reflektieren. Es ist möglich, in einer anderen Sprache zu schreiben oder Sprachen zu mischen, wenn Deutsch zur Kommunikation verstanden und gesprochen wird. Corinna Popp ist Literaturübersetzerin und beschäftigt sich mit dem Schreiben als Erinnerungsarbeit.
©Geschichtserkstatt Wilhelmsburg, Klassenfoto Ernst Levy

Do 01.05.25
14:00 – 18:00 Uhr
Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen Honigfabrik
Industriestr. 125–131
21107 Hamburg
kostenlos, Anmeldung hier
Kundgebung
80 Jahre Tag der Befreiung – Billstedt bleibt bunt!
Kundenzentrum Billstedt, Öjendorfer Weg 9, 22111 Hamburg
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist!“
Kundgebung zu 80 Jahre Tag der Befreiung
Ort: Gedenkstein Billstedt Nähe Kundenzentrum Billstedt, Öjendorfer Weg 9
Veranstalter
Fr 02.05.25
11:00 Uhr
Kundenzentrum Billstedt
Öjendorfer Weg 9
22111 Hamburg
Führung
„Verloren und vergessen – wie die Speicherstadt vor dem Krieg war“
Speicherstadtmuseum, Am Sandtorkai 36, 20457 Hamburg
Museumsführung mit Rundgang in der Speicherstadt
2015 wurde die Speicherstadt zum UNESCO-Welterbe ernannt. Doch wer hier ein intaktes Ensemble aus der Kaiserzeit erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr gibt es Narben und Brüche, denn 1945 waren 50 Prozent der Lagerflächen aufgrund der Kriegsschäden nicht mehr benutzbar. Nach einer Einführung in der Sonderausstellung "Verloren und vergessen" zeigt der Rundgang die Zerstörungsgrade der Speicherblöcke auf und verdeutlicht die Wiederaufbaukonzepte.

Sa 03.05.25
16:00 – 17:30 Uhr
Speicherstadtmuseum
Am Sandtorkai 36
20457 Hamburg
Internationale Veranstaltung mit Überlebenden und Angehörigen ehemaliger Häftlinge des KZ Neuengamme aus aller Welt. Die Veranstaltung beginnt mit einer Gedenkfeier im ehemaligen Klinkerwerk und wird mit einer Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal fortgesetzt.
Mehr Informationen hier
Veranstalter