Ausstellung
Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“
Freie und Hansestadt Hamburg – Bezirksamt Hamburg Mitte , Caffamacherreihe 1-3, 20355 Hamburg
Vom 18. April bis 18 Mai 2026 ist im Foyer des Bezirksamtes Hamburg-Mitte eine besondere Ausstellung zu Gast:
Die Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm" der ehrenamtlichen Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm erzählt die Geschichte der 20 Kinder im Alter von 5-12 Jahren, die von November 1944 bis April 1945 im Konzentrationslager Neuengamme für medizinische Experimente missbraucht wurden.
Zur Vertuschung der Versuche wurden die 10 Mädchen und 10 Jungen kurz vor Kriegsende in die als KZ-Außenlager genutzte Schule am Bullenhuser Damm im Stadtteil Rothenburgsort gebracht und im April 1945 in den dortigen Kellerräumen von der SS ermordet. Der Verein hat heute Kontakte zu vielen Familien der Kinder vom Bullenhuser Damm, die heute in vielen Ländern der Welt leben.
Die Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm wurde 1979 von Angehörigen der ermordeten Kinder und Hamburger Bürger*innen gegründet, u.a. von dem Journalisten Günther Schwarberg, der das Verbrechen 1979 durch eine Artikelserie im Magazin STERN sowie mehreren Publikationen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Durch aufwendige Recherche fand Schwarberg Angehörige der ermordeten Kinder. 1980 gründete die Vereinigung die Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Seit 47 Jahren organisiert sie die jährliche Gedenkfeier am 20. April und hält den Kontakt zu den Angehörigen. Seit 1999 ist die Gedenkstätte im Bezirk Hamburg-Mitte eine Außenstelle der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Die Ausstellung wurde als besonders vorbildlich im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ der Bundeszentrale für politische Bildung und mit dem Hans-Frankenthal-Preis des Auschwitz-Komitees ausgezeichnet.
Weiter Informationen: www.kinder-vom-bullenhuser-damm.de
Mittagsführungen (je 30 Minuten)
22.4. um 12 Uhr
29.4. um 12.30 Uhr
7.5. um 13 Uhr

Veranstalter

Mo 20.04.26
Mo-Fr 6 bis 18:00 Uhr
Freie und Hansestadt Hamburg – Bezirksamt Hamburg Mitte
Caffamacherreihe 1-3
20355 Hamburg
Führung | Schulveranstaltungen
Jüdische Kinderwelten – Die Geschichte der Israelitischen Töchterschule (Schulprogramm)
Gedenk- und Bildungsstätte Isealitische Töchterschule Dr.-Alberto-Jonas Haus, Karolinenstraße 35, 20357 Hamburg
kostenlos Zur Anmeldung
Kostenlose Führungen
Ausstellung ab Klasse 7
Die neue Dauerausstellung im Gebäude der ehemals größten jüdischen Mädchenschule Hamburgs lädt Schulklassen zur Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Bildung und Erinnerungskultur ein.
Sie beleuchtet die Entwicklung der Schule von der Gründung 1884 bis zur Schließung im Nationalsozialismus und verbindet historische Quellen mit einer zeitgemäßen Vermittlung: Interaktive Module, Hörstationen und Filmbeiträge eröffnen vielfältige Zugänge.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf heutigen Perspektiven: In eigens produzierten Filminterviews kommen junge jüdische Hamburger innen zu Wort und reflektieren jüdische Traditionen, die Bedeutung von Wissen und Bildung sowie ihre Haltung zur Erinnerungskultur.
Dauer ca. 1,5 - 2 Std.
Veranstalter
Mo 20.04.26
nach Absprache
Gedenk- und Bildungsstätte Isealitische Töchterschule Dr.-Alberto-Jonas Haus
Karolinenstraße 35
20357 Hamburg
kostenlos Zur Anmeldung
Stolpersteine putzen | Schulveranstaltungen
Putzen gegen das Vergessen (Schulprogramm)
Hamburg
kostenlos
Ein Projekt zum Mitmachen - für alle
Auf den etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Stolpersteinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten von NS-Opfern angebracht. Sie werden vor dem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort oder Arbeitsort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Finanziert werden die Stolpersteine durch private Spenden. In Hamburg wurden bereits über 7.000 Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt, um an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft zu erinnern.
So funktioniert es: Hier gibt es Übersichten über die Stolpersteine in Hamburg-Mitte.
In der Spalte »Wer putzt« kann man sich für einen oder mehrere Steine eintragen - aus Datenschutz-gründen bitte nur mit Vornamen oder Schule/Institution.
Die Steine können im genannten Zeitfenster geputzt werden, wie es zeitlich am besten passt. Wichtig ist nur, dass die Steine definitiv gereinigt werden! Schickt nach getaner Arbeit gerne ein Bild der geputzten Steine samt Anschrift an uns.
So werden Stolpersteine gereinigt.
Kontakt: stolpersteinekeinvergessen@gmail.com
Die Aktion läuft vom 08. April bis zum 08. Mai.
Ausstellung
Fotoaustellung: „KZ NEUENGAMME, 80 JAHRE BEFREIT“ – Fotografien von Hendrik Schomburg
Alter Friedhof, Fritz-Schumacher-Kapelle, Norderkirchenweg, 21129 Hamburg
Zwangsarbeit in Hamburg – als Mord erlaubt war
Vor 87 Jahren, 1938, beschloss die SS-Führung des Reiches ein Konzentrationslager auf Hamburger Gebiet zu errichten.
Das KZ-Neuengamme gehörte zu den zentralen Lagern im norddeutschen Raum. Hier wurde „Vernichtung durch Arbeit“ betrieben.
Der Tod der Häftlinge unter vorheriger Ausnutzung ihrer Arbeitskraft war beabsichtigt. Daneben existierten in Hamburg mindestens 16 Außenlager des KZ-Neuengamme. Im Hamburger Hafen hatte wohl jede Großwerft ein eigenes Konzentrationslager.
Im KZ-Neuengamme und seinen Außenlagern starben während der NS-Zeit mehr als 40.000 Menschen. Als die Briten das Lager am 4.Mai 1945 erreichten, fanden sie es leer vor. Weil die Nazis das Lager noch geräumt hatten, gingen aus Neuengamme keine Gräuelbilder von ausgemergelten Gefangenen um die Welt. Der Name Neuengamme wurde so - anders als etwa Bergen-Belsen - international nicht zum Inbegriff des Nazi-Terrors.
Nach Kriegsende internierten die Briten SS-Angehörige und deutsche Kriegsgefangene in dem intakt vorgefundenen Lager. Ab 1948 übergaben die Briten das Lager an die Stadt Hamburg, die auf dem Gelände eine Haftanstalt einrichtete.
Die Erinnerungen an das KZ wurden verdrängt. Statt eine Gedenkstätte zu errichten, riss die Stadt Hamburg immer mehr Zeugnisse des Schreckens wie Wachtürme, Zäune und das frühere Krematorium ab. Nach jahrelangen Diskussionen wurde das Gelände schließlich ab 2003 zur Gedenkstätte umgebaut und die Nachkriegsbauten abgetragen.
Die subtil gestalteten Photographien von Hendrik Schomburg machen deutlich wie banal sich das Böse in der heutigen Gedenkstätte darstellt. Ergänzende, von Häftlingen unter Gefahr für Leib und Leben gemachte Zeichnungen schaffen den Übergang zur damaligen Realität des Grauens.
Die Ausstellung ist vom 02. April bis zum 08. Mai täglich von 15 - 18 Uhr geöffnet.
Veranstalter

Mo 20.04.26
von 15 - 18 Uhr
Alter Friedhof, Fritz-Schumacher-Kapelle
Norderkirchenweg
21129 Hamburg
Ausstellung
Auschwitz, Fußnoten – Fotografien von Sven Ellerbrock
Mahnmal St. Nikolai , Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg
Freier Eintritt, während der regulären Öffnungszeiten des Mahnmals St. Nikolai
Auschwitz steht heute wie kaum ein anderer Ort symbolisch für den nationalsozialistischen Massenmord. In der öffentlichen Wahrnehmung konzentriert sich diese Geschichte häufig auf die Bereiche des ehemaligen Lagergeländes, die heute als Gedenkort zugänglich sind. Zugleich war Auschwitz ein weit verzweigter Lagerkomplex, in dem Ermordung, Zwangsarbeit, industrielle Produktion und Logistik untrennbar miteinander verbunden waren. Zehntausende Häftlinge wurden in Außenlagern, Industrie- und Rüstungsbetrieben bis zur völligen Erschöpfung ausgebeutet. Viele überlebten diese Arbeit nicht.
Zahlreiche Orte dieses Systems lagen außerhalb des heutigen Museumsgeländes: Kohleminen wie Jawischowitz, Industrie- und Arbeitslager wie Monowitz oder landwirtschaftliche Versuchsbetriebe wie Raisko. Sie waren integraler Bestandteil des Lagerkomplexes, sind heute jedoch weitgehend unbekannt, überbaut oder nur noch als unscheinbare Landschaften erkennbar.
Die Ausstellung „Auschwitz, Fußnoten“ richtet den Blick auf diese wenig bekannten Orte in und um Auschwitz. Die Fotografien von Sven Ellerbrock zeigen ihre heutige Gestalt und machen sichtbar, wie umfassend Zwangsarbeit, Infrastruktur und Vernichtung in der Region miteinander verflochten waren. Zugleich stellt die Ausstellung die Frage, wie Erinnerung an Orte möglich ist, an denen kaum noch sichtbare Spuren geblieben sind.
Alle Infos hier.
Die Ausstellung ist vom 17. April bis zum 31. Mai täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Veranstalter

Mo 20.04.26
10:00 – 18:00 Uhr
Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
Freier Eintritt, während der regulären Öffnungszeiten des Mahnmals St. Nikolai
Gottesdienst | Gedenkfeier
Mittagsandacht zum Gedenken an die Kinder vom Bullenhuser Damm
Hauptkirche St. Michaelis, Engl. Planke 1, 20459 Hamburg
„Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst…“ 5. Mose 4,9
Die Mittagsandacht in der Hauptkirche St. Michaelis erinnert am 20. April um 12 Uhr an das traurige Schicksal der ermordeten Kinder vom Bullenhuser Damm. Hamburger Schüler*innen werden im Rahmen der Andacht ihre Namen verlesen.
Auf der Höhe des Tages ist Gelegenheit für 20 Minuten innezuhalten und zu gedenken, dabei dem Klang der Orgeln zu lauschen und zu beten.
Pastorin: Corinna Senf
Organist: Prof. Antonio Di Dedda
Veranstalter
Kooperationspartner
Mo 20.04.26
12:00 Uhr
Hauptkirche St. Michaelis
Engl. Planke 1
20459 Hamburg
Workshop | Schulveranstaltungen
Graffiti-Workshop zum Thema Erinnerung (Schulprogramm)
Haus der Jugend Rothenburgsort, Billhorner Deich 55, 20539 Hamburg
kostenlos Zur Anmeldung
Menschenrechte sichtbar machen - Erinnerung im Alltag verankern.
Workshop in den Ferien
Die Woche des Gedenkens eröffnet Schulen und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche aktiv an eine lebendige Erinnerungskultur heranzuführen. In einem kreativen Graffiti-Workshop setzen sie sich mit der Geschichte der NS-Zeit auseinander und reflektieren deren Bedeutung für unsere Gegenwart.
Erinnerungsarbeit wird dabei als etwas Positives und Gestaltbares erfahrbar: Sie stärkt das Bewusstsein für die Würde jedes Menschen, macht Ausgrenzung und Diskriminierung sichtbar und fördert Empathie sowie Verantwortung füreinander. Die Teilnehmenden lernen, dass Erinnerung nicht nur Rückblick ist, sondern eine Grundlage dafür, sich heute für Demokratie, Gleichberechtigung und den Schutz von Menschenrechten einzusetzen.
Gemeinsam mit dem professionellen Graffiti-Künstler Davis One erlernen die Jugendlichen die grundlegenden Techniken des Sprayens und entwickeln auf Basis eines lokalen Beispiels der Erinnerungskultur ein eigenes Motiv. Dieses greift historische Bezüge auf und verbindet sie mit aktuellen Fragen von Vielfalt, Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt.
Die Workshops finden am 09. März und am 10. März von 14:00 bis 18:00 Uhr statt.

Mo 20.04.26
14:00 – 18:00 Uhr
Haus der Jugend Rothenburgsort
Billhorner Deich 55
20539 Hamburg
kostenlos Zur Anmeldung
Diskussion/Gespräch
Gesprächsrunde zur Entstehung des Gedenkorts in der Marckmannstraße
Quartierstreff der bgfg-Baugenossenschaft, Ausschläger Allee 3, 20539 Hamburg
Die Initiative Gedenkort Kinderkrankenhaus Rothenburgsort bietet eine Gesprächsrunde zur Entstehung des Gedenkorts in der Marckmannstraße an.
Hildegard Thevs wird über die Recherchen und die inhaltliche Vorarbeit berichten, Wolfgang Wiedey wird die Entstehung der Installation vor Ort darstellen.
Nach einer Gesprächsrunde werden wir gemeinsam die Installation in der Marckmannstraße besuchen. Ziel ist, die Gründe für die Initiative und die mühsame, zeitintensive aber lohnende Arbeit einer solchen Aktivität aus dem Stadtteil vorzustellen.
Veranstalter

Mo 20.04.26
16:30 Uhr
Quartierstreff der bgfg-Baugenossenschaft
Ausschläger Allee 3
20539 Hamburg
ja
Gedenkfeier
Bullenhuser Damm
Gedenkstätte Bullenhuser Damm , Bullenhuser Damm 92-94, 20539 Hamburg
Am 81. Jahrestag der Ermordung der 20 jüdischen Kinder in der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm sowie der 28 erwachsenen Gefangenen des KZ Neuengamme lädt die Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e. V. zum Gedenken ein. Angehörige der 20 Kinder aus verschiedenen Ländern werden an der Feier teilnehmen.
Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Tom Andrasch spricht Dr. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien. In einem Gespräch mit Frieda Levine (New York/USA), der Schwester von Ruchla Zylberberg, wird die Erinnerung an die Kinder weitergetragen. Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Am Tannenberg Grevesmühlen und des Gymnasium Dörpsweg gestalten das Programm ebenso wie Jugendliche der Fritz-Schumacher-Schule Langenhorn, die der 20 Kinder namentlich gedenken. Zum Abschluss spricht Rabbiner Shlomo Bistritzky ein Gebet.
Ort: Turnhalle in der ehemaligen Schule Bullenhuser Damm 92–94 (hinter dem Schulhof) bzw. Eingang Großmannstraße
Veranstalter
Mo 20.04.26
18:00 Uhr
Gedenkstätte Bullenhuser Damm
Bullenhuser Damm 92-94
20539 Hamburg
Ausstellung
Vernissage mit dem Künstler der Ausstellung „Auschwitz, Fußnoten – Fotografien von Sven Ellerbrock“
Mahnmal St. Nikolai , Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg
Vernissage mit einem Impuls von Dr. Nikolas Lelle, Autor von "Arbeit macht frei". Annäherungen an eine NS-Devise und dem Fotografen Sven Ellerbrock.
Alle Infos hier.
Die Vernissage findet am 17. April statt!
Veranstalter

Mo 20.04.26
19:00 Uhr
Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
Workshop | Schulveranstaltungen
Dagesh on Tour (Schulprogramm)
Kostenlose Kunst-Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren
Dagesh on Tour vermittelt in Workshops mit kreativen und emanzipatorischen Methoden künstlerische Perspektiven auf die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Die Kooperation jüdischer Gegenwartskünstlerinnen mit Bildungsreferent:innen zur Vermittlung kunstpädagogischer Inhalte durch zeitgenössische jüdische Kunst ist ein Novum in der kulturellen Bildungslandschaft Deutschlands. Dieser Ansatz eröffnet neue Zugänge zur Kunst und zur aktuellen jüdischen Lebenswirklichkeit. Der Zugang zu den Inhalten und die Vermittlung unterschiedlicher Dimensionen geschieht dabei mit Bezug auf das eigene künstlerische Arbeiten der Workshopleitungen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf junge Menschen, die in Risikolagen aufwachsen.
Dagesh on Tour ist ein außerschulisches Angebot. Die Workshops müssen als zusätzliches, außerunterrichtliches Angebot durchgeführt und deshalb vom Schulunterricht praktisch handhabbar abgegrenzt werden, z.B. im Rahmen von Projekttagen und -wochen oder Ferienangeboten.
Dauer: 1,5 - 2 Std.
Veranstalter
Workshop | Schulveranstaltungen
Hilft Erinnerungskultur gegen Antisemitismus und Rassismus? (Schulprogramm)
Workshop mit Benet Lehmann
Schulveranstaltung ab Klasse 11
Es ist fünf nach zwölf. Die letzten Zeitzeug:in-nen des Nationalsozialismus versterben. In Deutschland wird wieder über die Bedeutung der Shoah gestritten. Im Parlament wird versucht, die erkämpften Grundsätze des Gedenkens anzuzweifeln.
Aber was haben Erinnerungskultur und der Kampf gegen Rechtsextremismus eigentlich miteinander zu tun?
In dem Sachbuch »Esthers Spuren« hat sich Benet Lehmann mit der Geschichte der Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus auseinandergesetzt. Welche Rolle spielt das Erbe der Zeitzeug:innen? Wer erinnert an wen und warum? Hilft Erinnerungskultur gegen steigenden Antisemitismus und Rassismus?
Benet Lehmann, geb. 1997, hat Geschichte, Englisch und Kunstgeschichte in Hamburg, Berlin und Jerusalem studiert und promoviert gegenwärtig zu Fotografien aus dem Zweiten Weltkrieg und ihrer erinnerungskulturellen Bedeutung heute.
»Wenn das so weitergeht, wenn die Leute jetzt wieder schweigen, dann haben wir bald die gleiche Situation wie damals.«
Esther Bejarano
Dauer: 1,5 - 2 Std.
Film
Storia di Sergio: Schulvorstellung und Zeitzeuginnengespräch
Metropolis Kino , Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
kostenlos, Tickets hier
Vorführung des Animationsfilms „Storia di Sergio“ (30 Min. Italienisch mit englischen Untertiteln), frei nach dem Buch „Storia di Sergio“ der Schwestern und Andra und Tatiana Bucci. Beide haben als Kinder das Konzentrationslager Auschwitz überlebt.
Im Anschluss findet ein Gespräch mit Tatiana Bucci statt, bei denen Schülerinnen und Schüler Fragen stellen können. In italienischer Sprache mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche von Ulrike Schimming.
„Storia di Sergio“ erzählt die Geschichte von Sergio De Simone, einem neapolitanischen Jungen, der im Alter von nur 6 Jahren mit seiner Familie und seinen kleinen Cousinen Andra und Tatiana Bucci nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. 1944 wurden zwanzig Kinder, zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren aus verschiedenen Teilen Europas aus dem Konzentrationslager in das KZ Neuengamme gebracht, wo an ihnen pseudo-medizinische Versuche durchgeführt wurden. Auch Sergio wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Neuengamme gebracht, wo er seine Mutter zu finden hoffte. Am 20. April 1945 wurden alle Kinder sowie vier betreuende Erwachsene und mind. 24 sowjetische Häftlinge im Keller der Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg ermordet. So sollte vertuscht werden, dass der Nazi-Arzt Kurt Heißmeyer an ihnen Tuberkulose-Experimente durchgeführt hatte. Nach dem weltweiten Erfolg des Animationsfilms „La stella di Andra e Tati“ präsentiert Larcadarte cartoons das Prequel, „Storia di Sergio“, unter der Regie von Rosalba Vitellaro und mit Zeichnungen von Annalisa Corsi.
Eine Veranstaltung des Istituto Italiano di Cultura Hamburg und der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm
Tickets unter: www.metropoliskino.de
Veranstalter
Führung
Bunkerführung Hamm
Inmitten des zentrumsnahen Stadtteiles Hamburg-Hamm befindet sich das in der Stadt einzige unterirdische Bunkermuseum. Der Vier-Röhrenbunker aus dem Jahre 1940/41 wurde mit nachgebautem Mobiliar in seinen Ursprungszustand versetzt, sodass ein Museum entstand, bei dem bereits das Gebäude an sich einen Bestandteil der gesamten Ausstellung bietet.
Der Bunker besteht aus einem Eingangsbereich mit Treppe in die Tiefe, Gasschleuse, vier Röhren (Breite 2 m, Länge 17 m, lichte Höhe 2,25 m), die jeweils 50 Menschen Platz boten, sowie einem Notausstieg. Seine Wände weisen eine Stärke von einem Meter dickem Beton auf, die mit einer Bewehrung zusätzlich verstärkt sind. Die Sohle liegt etwa fünf Meter tief im Erdreich.
Dargestellt werden persönliche Erlebnisse von Zeitzeugen der Luftangriffe auf Hamburg-Hamm im Jahr 1943, aber auch die von Bewohnern des Londoner Stadtteiles Holborn auf ihr Wohngebiet. Weitere Themen sind dem Luftschutz und den verschiedenen Luftschutzbauten gewidmet. Zahlreiche Ausstellungsstücke und Dokumente vertiefen die Präsentation, die auch durch ihre vielen großformatigen, historischen Fotos besticht.
Veranstalter
Diskussion/Gespräch
Podiumsgespräch: Unsichtbare Geschichte sichtbar machen
Mahnmal St. Nikolai , Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg
Welche erinnerungskulturell bedeutsamen Orte prägen unsere öffentliche Wahrnehmung – und welche nicht? Begleitend zur aktuellen Sonderausstellung „Auschwitz, Fußnoten“ beschäftigt sich dieser Abend mit der Debatte um die Sichtbarkeit von geschichtsträchtigen Orten in Hamburg.
Akteur:innen verschiedener bekannter und weniger bekannter Hamburger Orte diskutieren über die Herausforderungen für Geschichtsschreibung und Gedenkkultur sowie über zivilgesellschaftliche Formen des Gedenkens bzw. der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Impuls: Sven Ellerbrock, Fotograf, Kurator der Ausstellung „Auschwitz, Fußnoten“
Barbara Hartje, Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V. für die Initiativgruppe Gedenkort Kinderkrankenhaus Rothenburgsort
Dr. Kim Todzi, Historiker, bis März 2025 wissenschaftlicher Koordinator des Projektverbundes „Forschungsstelle ‚Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung’“
Michael Batz, Autor und Lichtkünstler, engagiert sich u.a. für die Sichtbarmachung Orte jüdischen Lebens in Hamburg
Moderation: Corinna Below, Journalistin
Weitere Informationen hier.
Veranstalter

Mi 22.04.26
19:00 Uhr
Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg


