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Persönliche Familiengeschichten berühren – diese Erfahrung haben auch die SchülerInnen der Klosterschule und der Theatergruppe des Helmut-Schmidt-Gymnasiums im Rahmen der Woche des Gedenkens 2020 gemacht. Selbst in der 4. Generation können uns die Auswirkungen der eigenen Familiengeschichten beschäftigen. Eine Interviewreihe mit Gesprächspartner:innen aus jüdischen Familien, Familien im Widerstand und Familien von NS-Tätern.
ARBEITSBLATT ab Klasse 9 für den Unterricht
Zu den InterviewsAls Raum jüdischer Stadtgeschichte und Kultur ist heute vor allem das Grindelviertel bekannt. Hier florierte das vielfältige jüdische Leben Hamburgs in den Jahrzehnten vor seiner weitgehenden Vernichtung im Nationalsozialismus. Häufig übersehen wird dabei, wo sich das jüdische Leben in Hamburg über Jahrhunderte abspielte, bevor das Grindelviertel zu seinem Zentrum wurde: innerhalb der alten Stadtmauern und hier vor allem in der Neustadt. Noch 1871 lebten hier drei Viertel aller Hamburger Jüdinnen und Juden.
Hendrik Althoff ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg und forscht zur jüdischen Geschichte Hamburgs. Sein virtueller Rundgang gibt einen Überblick über die zahlreichen Orte der Innenstadt, an denen sich die jüdische Geschichte der Stadt über Jahrhunderte ereignete, an denen sie sich heute noch zeigt oder an sie erinnert wird. So entsteht auch ein Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Hamburg bis ins frühe 20. Jahrhundert, erzählt entlang ausgewählter Orte des Geschehens.
Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg hat vor kurzem einen gemeinsam mit der Kulturbehörde Hamburg entwickelten neuen digitalen Stadtplan zu Orten jüdischer Kultur veröffentlicht: https://schluesseldokumente.net/stadtplan/
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat am 24. April 2024 im Centralkomitee in Gedenken an Esther Bejarano bereits zum dritten Mal den Preis "Verantwortung – damals und heute" vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern. Der Preis zeichnet Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen aus, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.
Mit dem Hauptpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 zeichnete die Jury das jahrzehntelange und kontinuierliche Engagement von Heidburg Behling aus. Seit 45 Jahren engagiert sie sich für die Erinnerungsarbeit: Ob bei den jährlichen Besuchen ehemaliger KZ-Häftlinge aus Israel, Russland, Tschechien, Slowenien, Ukraine und Ungarn in Hamburg zum 3. Mai oder bei der Begleitung von vielen jungen ausländischen Freiwilligen der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ in Neuengamme. 1988 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme, in dessen Vorstand sie noch heute – mit 84 Jahren – aktiv ist. Über Neuengamme hinaus engagiert Behling sich auch in anderen Bereichen der Gedenkstättenarbeit, wie im Auschwitz-Komitee, in der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm und in der Stadthaus-Initiative. Auch zu Esther Bejarano hielt die bescheidene, zupackende Frau engen Kontakt, so Carina Oestreich in ihrer Laudatio.

Der Hauptpreis ist dotiert mit 2.000 Euro.
Mit dem Förderpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 wurde die Vielfaltgruppe der Brecht-Schule Hamburg ausgezeichnet. Die Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren haben sich intensiv mit der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm beschäftigt, Gedenkveranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag organisiert und im Januar 2024 ein Mahnmal in Erinnerung an die 20 jüdischen Kinder eingeweiht, das in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Ulf Petersen entstanden ist. Das Mahnmal auf dem Schulhof soll die nachfolgenden Generationen von Schülerinnen und Schülern darauf aufmerksam machen, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Özlem Nas betonte in ihrer Laudatio: Die Arbeit der Vielfaltgruppe ist ein junger, bemerkenswerter Beitrag zu einer aktiven und kreativen Gedenk- und Erinnerungskultur.
Der Förderpreis ist dotiert mit 500 Euro.
Der Jury des Preises "Verantwortung – damals und heute" 2024 gehören folgende Personen an:
Die Preisverleihung wurde musikalisch begleitet von dem jüdischen US-Musiker Daniel Kahn.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat am 24. April 2024 im Centralkomitee in Gedenken an Esther Bejarano bereits zum dritten Mal den Preis "Verantwortung – damals und heute" vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern. Der Preis zeichnet Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen aus, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.
Mit dem Hauptpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 zeichnete die Jury das jahrzehntelange und kontinuierliche Engagement von Heidburg Behling aus. Seit 45 Jahren engagiert sie sich für die Erinnerungsarbeit: Ob bei den jährlichen Besuchen ehemaliger KZ-Häftlinge aus Israel, Russland, Tschechien, Slowenien, Ukraine und Ungarn in Hamburg zum 3. Mai oder bei der Begleitung von vielen jungen ausländischen Freiwilligen der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ in Neuengamme. 1988 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme, in dessen Vorstand sie noch heute – mit 84 Jahren – aktiv ist. Über Neuengamme hinaus engagiert Behling sich auch in anderen Bereichen der Gedenkstättenarbeit, wie im Auschwitz-Komitee, in der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm und in der Stadthaus-Initiative. Auch zu Esther Bejarano hielt die bescheidene, zupackende Frau engen Kontakt, so Carina Oestreich in ihrer Laudatio. Der Hauptpreis ist dotiert mit 2.000 Euro.
Mit dem Förderpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 wurde die Vielfaltgruppe der Brecht-Schule Hamburg ausgezeichnet. Die Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren haben sich intensiv mit der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm beschäftigt, Gedenkveranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag organisiert und im Januar 2024 ein Mahnmal in Erinnerung an die 20 jüdischen Kinder eingeweiht, das in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Ulf Petersen entstanden ist. Das Mahnmal auf dem Schulhof soll die nachfolgenden Generationen von Schülerinnen und Schülern darauf aufmerksam machen, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Özlem Nas betonte in ihrer Laudatio: Die Arbeit der Vielfaltgruppe ist ein junger, bemerkenswerter Beitrag zu einer aktiven und kreativen Gedenk- und Erinnerungskultur. Der Förderpreis ist dotiert mit 500 Euro.
Der Jury des Preises "Verantwortung – damals und heute" 2024 gehörten folgende Personen an:
Gedenkfeier vom 19. April 2024 für die zwanzig jüdischen Kinder, die 1945 gemeinsam mit zwei französischen Ärzten und zwei niederländischen Häftlingspflegern in der Schule am Bullenhuser Damm von der SS ermordet wurden. In derselben Nacht starben auch mindestens 24 sowjetische KZ-Häftlinge. Zur Gedenkfeier waren Familienangehörige der Kinder aus Deutschland, Israel, den Niederlanden und der USA, sowie Gäste aus Italien angereist.
Zum Online-Vortrag Anna von Villiez
Der Arzt Kurt Heißmeyer unternahm im Auftrag der SS ab April 1944 grausame Menschenversuche zur Wirkung und Behandlung von Tuberkulose im Konzentrationslager Neuengamme. Mehrere Gruppen wurden zwangsweise zu seinen Versuchspersonen. Während über die jüngsten Opfer, bekannt als „Kinder vom Bullenhuser Damm“ vieles bekannt ist, liegen die Biografien der erwachsenen Häftlinge, die für die Versuche missbraucht wurden, noch weitgehend im Dunkeln. Dieser Online-Vortrag stellt vorhandene Quellen zu der wenig bekannten Gruppe aus dem Prozess gegen Kurt Heißmeyer vor und möchte zur weiteren Forschung und Diskussion anregen.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat in Gedenken an Esther Bejarano in diesem Jahr zum zweiten Mal den Preis „Verantwortung - damals und heute“ vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern. Der Preis zeichnet Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen aus, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.
Mit dem Hauptpreis "Verantwortung – damals und heute" 2023 zeichnete die Jury das langjährige Engagement von Bernhard Esser aus. Sein Vater, Onkel und Opa engagierten sich während der NS-Zeit politisch gegen die Nazis. Bereits 1933 wurden die beiden Brüder und ihre Schwester verhaftet und in die Gestapo-Zentrale an die Stadthausbrücke gebracht, wo alle drei misshandelt worden sind. Noch in der Nacht der Einlieferung wurde der Onkel, Alwin Esser, so stark misshandelt, dass er nicht überlebte. Er starb mit 21 Jahren. Die anderen Familienmitglieder überlebten die Nazi-Herrschaft. Seine Familiengeschichte hat Bernhard Esser sehr geprägt, die Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus in Hamburg und die Aufklärung über die NS-Verbrechen sind seine wichtigste Lebensaufgabe. Seit 2003 ist Bernhard Esser Mitglied im Vorstand des Freundeskreises der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, engagiert sich für viele Erinnerungsprojekte und spricht mit Schülerinnen und Schülern.
Mit dem Förderpreis "Verantwortung – damals und heute" 2023 wurden Schülerinnen und Schüler der Philosophiekurse des 9. Jahrgangs sowie die Lehrerinnen Henrike Jessen-Albites und Cordula Möller des Gymnasiums Struensee ausgezeichnet.
In dem Projekt „Was war damals los? Die NS-Zeit in unserem Viertel“ haben Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Themenbereichen geforscht: das Israelitische Krankenhaus, der FC St. Pauli, verschiedene Opfergruppen in St. Pauli, das Chinesenviertel, die Israelitische Töchterschule, die Polenaktion und die Familie Wohlwill. Entstanden sind ein Podcast, Stellwände, Interviews, eine Website, digitale Präsentationen sowie ein Info-Ordner zu Rassismus, Ausgrenzung und Eliminierung anderer Gruppen wie behinderten Menschen, Homosexuellen und politisch Linken. Mit dem Preisgeld möchten die Schülerinnen und Schüler eine Podiumsdiskussion zum Thema „Was ist Rassismus?“ finanzieren.
Die Preisträger:innen des Hauptpreises und der Förderpreises wurden am 3. Mai 2023 bei einer feierlichen Preisverleihung im Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte ausgezeichnet.
Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer: „In den einzelnen Stadtteilen des Bezirks Mitte finden seit vielen Jahren zahlreiche Aktivitäten statt, um das Gedenken aufrecht zu erhalten und auch den nachfolgenden Generationen zu vermitteln. Die Arbeit dieser – oft ehrenamtlich tätigen – Initiativen soll durch den Preis gewürdigt werden.“
Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury, in der Expertinnen und Experten aus der Erinnerungskultur und der Geschichtswissenschaft vertreten sind.
Die Jury 2023:
Joram Bejarano
Prof. Dr. Detlef Garbe, Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten a.D.
Prof. Dr. Dr Rainer Hering, Historiker und Archivar
Helga Obens, Auschwitz-Komitee
Carina Oestreich, Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Ein Film von Martin Steimann, Deutschland 2021/22
Der erste Akt: Jugendliche aus Hamburg-Wilhelmsburg begeben sich auf eine herausfordernde Reise nach Israel - voller Höhen und Tiefen.
Der zweite Akt: Gegenbesuch der Israelis in Hamburg. Die Jugendlichen aus Sderot sehen sich damit konfrontiert, dass sie primär als Repräsentanten der israelischen Politik wahrgenommen werden.
Warum interessiert sich die nicht-betroffene Mehrheit so wenig für die Opfer und Betroffenen von Gewalt und Diskriminierung? Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus – oft wird in Diskussionen alles mit allem vermischt und somit relativiert. Auf dem Spezifischen der Shoah zu bestehen, geschieht nicht zum Selbstzweck und bedeutet nicht, andere Gewalterfahrungen abzuwerten. Die Shoah kann ebenso wenig mit dem Kolonialismus gleichgesetzt werden wie Antisemitismus mit Rassismus. Alle Themen brauchen ihren eigenen Platz. Bei Nicht-Betroffenen bewirkt die Vermischung oder gar eine vermeintlich Konkurrenz zwischen Betroffenen-Gruppen oft ein noch größeres Desinteresse als ohnehin schon besteht - was können wir dagegen tun?
Moderation: Shelly Kupferberg
mit:
Kelly Laubinger (Vorsitzende der Bundesvereinigung der Sinti und Roma)
Ibrahim Arslan (Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Bildungsaktivist und Mitwirkende Person beim Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Botschafter für Demokratie und Toleranz.)
Georgina Fakunmojo (TV-Journalistin und Podcasterin MyPOCBookshelf)
Cahit Basar (Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland)
Das Festival "Verbindet euch!" fand im Rahmen der Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte statt: www.gedenken-hamburg-mitte.de
Die Veranstaltung wurde gefördert von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Länderbüro Nord
Am 16. und 17. März 2023 wurde das umstrittene Kriegerdenkmal in Hamburg-Wilhelmsburg im Rahmen einer künstlerisch-kritische Intervention um 90 Grad gedreht worden. "Wir möchten zum selber denken anregen – eine wichtige Fähigkeit der politischen Bildung und Grundlage für demokratische Grundwerte. Unsere Interventionen sind subtil und schaffen die Voraussetzungen dafür: Entschleunigung, Irritation, Denkanstösse. Durch eine Interaktion von unterschiedlichen Interventionen wird die Umgebung um das Kriegerdenkmal zu einem Platz aktiviert. Die so von uns vorgeschlagene Struktur beinhaltet auch partizipative Elemente, die wir gemeinsam mit Interessent:innen aus Wilhelmsburg und lokalen Gruppierungen ausarbeiten möchten", so die Künstler/innen Vera Drebusch und Reto Buser.
Ein Film von Peter Kaufner, CineDesign
Der Hamburger Claus Günther ging mehr als 25 Jahre als Zeitzeuge in Schulen und berichtete von seiner Kindheit in der NS-Zeit. Außerdem war er Poetry Slammer und nahm regelmäßig in Hamburg an Wettbewerben teil. In seinen Poetrys beschäftigte er sich mit der Nach-/Kriegszeit und seiner Lebensgeschichte. Claus Günther ist im März 2025 gestorben.
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