Infothek
Workshop in den Ferien
Die Woche des Gedenkens eröffnet Schulen und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche aktiv an eine lebendige Erinnerungskultur heranzuführen. In einem kreativen Graffiti-Workshop setzen sie sich mit der Geschichte der NS-Zeit auseinander und reflektieren deren Bedeutung für unsere Gegenwart.
Erinnerungsarbeit wird dabei als etwas Positives und Gestaltbares erfahrbar: Sie stärkt das Bewusstsein für die Würde jedes Menschen, macht Ausgrenzung und Diskriminierung sichtbar und fördert Empathie sowie Verantwortung füreinander. Die Teilnehmenden lernen, dass Erinnerung nicht nur Rückblick ist, sondern eine Grundlage dafür, sich heute für Demokratie, Gleichberechtigung und den Schutz von Menschenrechten einzusetzen.
Gemeinsam mit dem professionellen Graffiti-Künstler Davis One erlernen die Jugendlichen die grundlegenden Techniken des Sprayens und entwickeln auf Basis eines lokalen Beispiels der Erinnerungskultur ein eigenes Motiv. Dieses greift historische Bezüge auf und verbindet sie mit aktuellen Fragen von Vielfalt, Zusammenhalt und gegenseitigem Respekt.
Die Workshops fanden am 09. März und am 10. März von 14:00 bis 18:00 Uhr statt.
Auf den etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Stolpersteinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten von NS-Opfern angebracht. Sie werden vor dem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort oder Arbeitsort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Finanziert werden die Stolpersteine durch private Spenden. In Hamburg wurden bereits über 7.000 Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt, um an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft zu erinnern.
So funktioniert es: Hier gibt es Übersichten über die Stolpersteine in Hamburg-Mitte.
In der Spalte »Wer putzt« kann man sich für einen oder mehrere Steine eintragen - aus Datenschutz-gründen bitte nur mit Vornamen oder Schule/Institution.
Die Steine können im genannten Zeitfenster geputzt werden, wie es zeitlich am besten passt. Wichtig ist nur, dass die Steine definitiv gereinigt werden! Schickt nach getaner Arbeit gerne ein Bild der geputzten Steine samt Anschrift an uns.
So werden Stolpersteine gereinigt.
Kontakt: stolpersteinekeinvergessen@gmail.com
Workshop für Lehrkräfte (Grundschule)
Wie kann eine kindgerechte Umsetzung im Sachunterricht gelingen? Dazu werden im Workshop Zugangsweisen wie die Arbeit mit Kinderbüchern und mit Orten der Erinnerung/des Gedenkens aufgezeigt und erarbeitet, sowie biografische und lokalgeschichtliche Zugänge vermittelt.
Der Workshop knüpft an der aktuellen Lebenswelt der Kinder und deren Umgang mit dem Thema Holocaust und Nationalsozialismus an und zeigt Ideen für die Vermittlung grundlegender Konzepte.
Datum: 30. April 2026
Uhrzeit: 15:00-17:00 Uhr
Teilnahme kostenlos
Ausstellung ab Klasse 7
Die neue Dauerausstellung im Gebäude der ehemals größten jüdischen Mädchenschule Hamburgs lädt Schulklassen zur Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Bildung und Erinnerungskultur ein.
Sie beleuchtet die Entwicklung der Schule von der Gründung 1884 bis zur Schließung im Nationalsozialismus und verbindet historische Quellen mit einer zeitgemäßen Vermittlung: Interaktive Module, Hörstationen und Filmbeiträge eröffnen vielfältige Zugänge.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf heutigen Perspektiven: In eigens produzierten Filminterviews kommen junge jüdische Hamburger innen zu Wort und reflektieren jüdische Traditionen, die Bedeutung von Wissen und Bildung sowie ihre Haltung zur Erinnerungskultur.
Dauer ca. 1,5 - 2 Std.
Teilnahme kostenlos
Wie können wir uns an Ereignisse erinnern, die wir nicht erlebt haben? Was hat Geschichte mit mir zu tun? Diesen Fragen geht das Digital Remembrance Game »Erinnern. Die Kinder vom Bullenhuser Damm« nach.
Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird Geschichte und die Bedeutung von Erinnerung mittels eines Games vermittelt, ohne sie durch immersive Spieleffekte zu überwältigen.
Nach dem Spiel gehen wir auf einen Rundgang in der Gedenkstätte und sprechen über die Verbindungen zwischen dem Spielgeschehen und dem realen Ort.
Die Gedenkstätte erinnert an 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene, die am 20. April 1945 im Keller des leerstehenden Schulgebäudes am Bullenhuser Damm von der SS ermordet wurden. In dem ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute die Gedenkstätte. Vor ihrer Ermordung wurden die Kinder zu pseudo-medizinischen Versuchen im KZ Neuengamme missbraucht.
Insgesamt sechs Termine am 28., 29. & 30.04.2026, jeweils um 9:00-12:00 Uhr und 13.00-16.00 Uhr.
Schulveranstaltung ab Klasse 9
In diesem Erzählcafé treffen Schülerinnen und Schüler Menschen mit berührenden Familiengeschichten, die einen direkten Bezug zur NS-Zeit haben. Sie kommen aus jüdischen Familien, Familien mit NS-Tätern oder haben Familienmitglieder, die während der NS-Zeit im Widerstand gegen die Nazis waren. In kleinen Gruppen können Gespräche geführt und von den Schülerinnen und Schülern Fragen gestellt werden.
Die »Familiengeschichten aus der NS-Zeit« gibt es auch als bewegende Interviews, die Hamburger Schüler:innen mit der Zeitzeugin Esther Bejarano und Angehörigen der 2., 3. und 4. Generation umgesetzt haben. Die Interviews sind auf Youtube abrufbar und eignen sich für die Einbindung in den Unterricht. Mit einer Länge von jeweils 10-15 Minuten können die unterschiedlichen Familienbiografien der Angehörigen aus jüdischen Familien, von Verfolgten und Widerständlern sowie Familien von NS-Tätern miteinander verglichen und diskutiert werden:
Wie wirkt sich die Geschichte der eigenen Familie auf die Gesprächspartnerinnen bis heute aus?
Teilnahme kostenlos
Ort: Zentralbibliothek
Daten: 24. April und 08. Mai 2026
Uhrzeit: 10:00-12:00 Uhr
Schulveranstaltung ab Klasse 11
Es ist fünf nach zwölf. Die letzten Zeitzeug:in-nen des Nationalsozialismus versterben. In Deutschland wird wieder über die Bedeutung der Shoah gestritten. Im Parlament wird versucht, die erkämpften Grundsätze des Gedenkens anzuzweifeln.
Aber was haben Erinnerungskultur und der Kampf gegen Rechtsextremismus eigentlich miteinander zu tun?
In dem Sachbuch »Esthers Spuren« hat sich Benet Lehmann mit der Geschichte der Shoah-Überlebenden Esther Bejarano und ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus auseinandergesetzt. Welche Rolle spielt das Erbe der Zeitzeug:innen? Wer erinnert an wen und warum? Hilft Erinnerungskultur gegen steigenden Antisemitismus und Rassismus?
Benet Lehmann, geb. 1997, hat Geschichte, Englisch und Kunstgeschichte in Hamburg, Berlin und Jerusalem studiert und promoviert gegenwärtig zu Fotografien aus dem Zweiten Weltkrieg und ihrer erinnerungskulturellen Bedeutung heute.
Dauer: 1,5 - 2 Std.
Veranstaltung nach Absprache, kostenlos.
Dagesh on Tour vermittelt in Workshops mit kreativen und emanzipatorischen Methoden künstlerische Perspektiven auf die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Die Kooperation jüdischer Gegenwartskünstlerinnen mit Bildungsreferent:innen zur Vermittlung kunstpädagogischer Inhalte durch zeitgenössische jüdische Kunst ist ein Novum in der kulturellen Bildungslandschaft Deutschlands. Dieser Ansatz eröffnet neue Zugänge zur Kunst und zur aktuellen jüdischen Lebenswirklichkeit. Der Zugang zu den Inhalten und die Vermittlung unterschiedlicher Dimensionen geschieht dabei mit Bezug auf das eigene künstlerische Arbeiten der Workshopleitungen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf junge Menschen, die in Risikolagen aufwachsen.
Dagesh on Tour ist ein außerschulisches Angebot. Die Workshops müssen als zusätzliches, außerunterrichtliches Angebot durchgeführt und deshalb vom Schulunterricht praktisch handhabbar abgegrenzt werden, z.B. im Rahmen von Projekttagen und -wochen oder Ferienangeboten.
Dauer: 1,5 - 2 Std.
Der Workshop ist kostenlos.
Workshop für Lehrkräfte
Ausgehend von realen Fällen von Antisemitismus in Schule, auf der Arbeit oder im Museum klären wir, was Antisemitismus ist, wie er auf Jüdinnen und Juden wirkt und welche Auswirkungen antisemitische Vorfälle auf unsere Gesellschaft haben.
Im gemeinsamen Fachaustausch mit Mitarbeitenden der Geschäftsstelle des Beauftragten für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus erlangen Sie (mehr) Handlungssicherheiten im Umgang mit antisemitischen Äußerungen und Haltungen.
Antisemitismus ist wie ein Chamäleon: Er verändert sich und passt sich an die Situation an, aber die Ablehnung und Abwertung von Juden bleibt immer gleich.
Preis: kostenlos
Zeit: 07.05.2026 17:00-19:00 Uhr
Ort: Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg
Hühnerposten 1
20097 Hamburg
Als Raum jüdischer Stadtgeschichte und Kultur ist heute vor allem das Grindelviertel bekannt. Hier florierte das vielfältige jüdische Leben Hamburgs in den Jahrzehnten vor seiner weitgehenden Vernichtung im Nationalsozialismus. Häufig übersehen wird dabei, wo sich das jüdische Leben in Hamburg über Jahrhunderte abspielte, bevor das Grindelviertel zu seinem Zentrum wurde: innerhalb der alten Stadtmauern und hier vor allem in der Neustadt. Noch 1871 lebten hier drei Viertel aller Hamburger Jüdinnen und Juden.
Hendrik Althoff ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geschichte der Universität Hamburg und forscht zur jüdischen Geschichte Hamburgs. Sein virtueller Rundgang gibt einen Überblick über die zahlreichen Orte der Innenstadt, an denen sich die jüdische Geschichte der Stadt über Jahrhunderte ereignete, an denen sie sich heute noch zeigt oder an sie erinnert wird. So entsteht auch ein Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Hamburg bis ins frühe 20. Jahrhundert, erzählt entlang ausgewählter Orte des Geschehens.
Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg hat vor kurzem einen gemeinsam mit der Kulturbehörde Hamburg entwickelten neuen digitalen Stadtplan zu Orten jüdischer Kultur veröffentlicht: https://schluesseldokumente.net/stadtplan/
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat am 24. April 2024 im Centralkomitee in Gedenken an Esther Bejarano bereits zum dritten Mal den Preis "Verantwortung – damals und heute" vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern. Der Preis zeichnet Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen aus, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.
Mit dem Hauptpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 zeichnete die Jury das jahrzehntelange und kontinuierliche Engagement von Heidburg Behling aus. Seit 45 Jahren engagiert sie sich für die Erinnerungsarbeit: Ob bei den jährlichen Besuchen ehemaliger KZ-Häftlinge aus Israel, Russland, Tschechien, Slowenien, Ukraine und Ungarn in Hamburg zum 3. Mai oder bei der Begleitung von vielen jungen ausländischen Freiwilligen der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ in Neuengamme. 1988 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme, in dessen Vorstand sie noch heute – mit 84 Jahren – aktiv ist. Über Neuengamme hinaus engagiert Behling sich auch in anderen Bereichen der Gedenkstättenarbeit, wie im Auschwitz-Komitee, in der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm und in der Stadthaus-Initiative. Auch zu Esther Bejarano hielt die bescheidene, zupackende Frau engen Kontakt, so Carina Oestreich in ihrer Laudatio.

Der Hauptpreis ist dotiert mit 2.000 Euro.
Mit dem Förderpreis "Verantwortung – damals und heute" 2024 wurde die Vielfaltgruppe der Brecht-Schule Hamburg ausgezeichnet. Die Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren haben sich intensiv mit der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm beschäftigt, Gedenkveranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag organisiert und im Januar 2024 ein Mahnmal in Erinnerung an die 20 jüdischen Kinder eingeweiht, das in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Ulf Petersen entstanden ist. Das Mahnmal auf dem Schulhof soll die nachfolgenden Generationen von Schülerinnen und Schülern darauf aufmerksam machen, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Özlem Nas betonte in ihrer Laudatio: Die Arbeit der Vielfaltgruppe ist ein junger, bemerkenswerter Beitrag zu einer aktiven und kreativen Gedenk- und Erinnerungskultur.
Der Förderpreis ist dotiert mit 500 Euro.
Der Jury des Preises "Verantwortung – damals und heute" 2024 gehören folgende Personen an:
Die Preisverleihung wurde musikalisch begleitet von dem jüdischen US-Musiker Daniel Kahn.
Gedenkfeier vom 19. April 2024 für die zwanzig jüdischen Kinder, die 1945 gemeinsam mit zwei französischen Ärzten und zwei niederländischen Häftlingspflegern in der Schule am Bullenhuser Damm von der SS ermordet wurden. In derselben Nacht starben auch mindestens 24 sowjetische KZ-Häftlinge. Zur Gedenkfeier waren Familienangehörige der Kinder aus Deutschland, Israel, den Niederlanden und der USA, sowie Gäste aus Italien angereist.
Zum Online-Vortrag Anna von Villiez
Der Arzt Kurt Heißmeyer unternahm im Auftrag der SS ab April 1944 grausame Menschenversuche zur Wirkung und Behandlung von Tuberkulose im Konzentrationslager Neuengamme. Mehrere Gruppen wurden zwangsweise zu seinen Versuchspersonen. Während über die jüngsten Opfer, bekannt als „Kinder vom Bullenhuser Damm“ vieles bekannt ist, liegen die Biografien der erwachsenen Häftlinge, die für die Versuche missbraucht wurden, noch weitgehend im Dunkeln. Dieser Online-Vortrag stellt vorhandene Quellen zu der wenig bekannten Gruppe aus dem Prozess gegen Kurt Heißmeyer vor und möchte zur weiteren Forschung und Diskussion anregen.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat in Gedenken an Esther Bejarano in diesem Jahr zum zweiten Mal den Preis „Verantwortung - damals und heute“ vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern. Der Preis zeichnet Vereine, Initiativen oder Einzelpersonen aus, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.
Mit dem Hauptpreis "Verantwortung – damals und heute" 2023 zeichnete die Jury das langjährige Engagement von Bernhard Esser aus. Sein Vater, Onkel und Opa engagierten sich während der NS-Zeit politisch gegen die Nazis. Bereits 1933 wurden die beiden Brüder und ihre Schwester verhaftet und in die Gestapo-Zentrale an die Stadthausbrücke gebracht, wo alle drei misshandelt worden sind. Noch in der Nacht der Einlieferung wurde der Onkel, Alwin Esser, so stark misshandelt, dass er nicht überlebte. Er starb mit 21 Jahren. Die anderen Familienmitglieder überlebten die Nazi-Herrschaft. Seine Familiengeschichte hat Bernhard Esser sehr geprägt, die Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus in Hamburg und die Aufklärung über die NS-Verbrechen sind seine wichtigste Lebensaufgabe. Seit 2003 ist Bernhard Esser Mitglied im Vorstand des Freundeskreises der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, engagiert sich für viele Erinnerungsprojekte und spricht mit Schülerinnen und Schülern.
Mit dem Förderpreis "Verantwortung – damals und heute" 2023 wurden Schülerinnen und Schüler der Philosophiekurse des 9. Jahrgangs sowie die Lehrerinnen Henrike Jessen-Albites und Cordula Möller des Gymnasiums Struensee ausgezeichnet.
In dem Projekt „Was war damals los? Die NS-Zeit in unserem Viertel“ haben Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Themenbereichen geforscht: das Israelitische Krankenhaus, der FC St. Pauli, verschiedene Opfergruppen in St. Pauli, das Chinesenviertel, die Israelitische Töchterschule, die Polenaktion und die Familie Wohlwill. Entstanden sind ein Podcast, Stellwände, Interviews, eine Website, digitale Präsentationen sowie ein Info-Ordner zu Rassismus, Ausgrenzung und Eliminierung anderer Gruppen wie behinderten Menschen, Homosexuellen und politisch Linken. Mit dem Preisgeld möchten die Schülerinnen und Schüler eine Podiumsdiskussion zum Thema „Was ist Rassismus?“ finanzieren.
Die Preisträger:innen des Hauptpreises und der Förderpreises wurden am 3. Mai 2023 bei einer feierlichen Preisverleihung im Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte ausgezeichnet.
Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer: „In den einzelnen Stadtteilen des Bezirks Mitte finden seit vielen Jahren zahlreiche Aktivitäten statt, um das Gedenken aufrecht zu erhalten und auch den nachfolgenden Generationen zu vermitteln. Die Arbeit dieser – oft ehrenamtlich tätigen – Initiativen soll durch den Preis gewürdigt werden.“
Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury, in der Expertinnen und Experten aus der Erinnerungskultur und der Geschichtswissenschaft vertreten sind.
Die Jury 2023:
Joram Bejarano
Prof. Dr. Detlef Garbe, Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten a.D.
Prof. Dr. Dr Rainer Hering, Historiker und Archivar
Helga Obens, Auschwitz-Komitee
Carina Oestreich, Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Ein Film von Martin Steimann, Deutschland 2021/22
Der erste Akt: Jugendliche aus Hamburg-Wilhelmsburg begeben sich auf eine herausfordernde Reise nach Israel - voller Höhen und Tiefen.
Der zweite Akt: Gegenbesuch der Israelis in Hamburg. Die Jugendlichen aus Sderot sehen sich damit konfrontiert, dass sie primär als Repräsentanten der israelischen Politik wahrgenommen werden.
Warum interessiert sich die nicht-betroffene Mehrheit so wenig für die Opfer und Betroffenen von Gewalt und Diskriminierung? Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus – oft wird in Diskussionen alles mit allem vermischt und somit relativiert. Auf dem Spezifischen der Shoah zu bestehen, geschieht nicht zum Selbstzweck und bedeutet nicht, andere Gewalterfahrungen abzuwerten. Die Shoah kann ebenso wenig mit dem Kolonialismus gleichgesetzt werden wie Antisemitismus mit Rassismus. Alle Themen brauchen ihren eigenen Platz. Bei Nicht-Betroffenen bewirkt die Vermischung oder gar eine vermeintlich Konkurrenz zwischen Betroffenen-Gruppen oft ein noch größeres Desinteresse als ohnehin schon besteht - was können wir dagegen tun?
Moderation: Shelly Kupferberg
mit:
Kelly Laubinger (Vorsitzende der Bundesvereinigung der Sinti und Roma)
Ibrahim Arslan (Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Bildungsaktivist und Mitwirkende Person beim Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, Botschafter für Demokratie und Toleranz.)
Georgina Fakunmojo (TV-Journalistin und Podcasterin MyPOCBookshelf)
Cahit Basar (Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland)
Das Festival "Verbindet euch!" fand im Rahmen der Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte statt: www.gedenken-hamburg-mitte.de
Die Veranstaltung wurde gefördert von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Länderbüro Nord
Am 16. und 17. März 2023 wurde das umstrittene Kriegerdenkmal in Hamburg-Wilhelmsburg im Rahmen einer künstlerisch-kritische Intervention um 90 Grad gedreht worden. "Wir möchten zum selber denken anregen – eine wichtige Fähigkeit der politischen Bildung und Grundlage für demokratische Grundwerte. Unsere Interventionen sind subtil und schaffen die Voraussetzungen dafür: Entschleunigung, Irritation, Denkanstösse. Durch eine Interaktion von unterschiedlichen Interventionen wird die Umgebung um das Kriegerdenkmal zu einem Platz aktiviert. Die so von uns vorgeschlagene Struktur beinhaltet auch partizipative Elemente, die wir gemeinsam mit Interessent:innen aus Wilhelmsburg und lokalen Gruppierungen ausarbeiten möchten", so die Künstler/innen Vera Drebusch und Reto Buser.
Ein Film von Peter Kaufner, CineDesign
Der Hamburger Claus Günther ging mehr als 25 Jahre als Zeitzeuge in Schulen und berichtete von seiner Kindheit in der NS-Zeit. Außerdem war er Poetry Slammer und nahm regelmäßig in Hamburg an Wettbewerben teil. In seinen Poetrys beschäftigte er sich mit der Nach-/Kriegszeit und seiner Lebensgeschichte. Claus Günther ist im März 2025 gestorben.
Ein multimediales Projekt zur Gegenwartsrelevanz von Familiengeschichten in der Zeit des Nationalsozialismus
https://waswillstdutun.de/
Die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs prägt Menschen überall auf der Welt. Mit dem Workshop #WaswillstDutun? möchten wir Schüler:innen ermutigen, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen und den Austausch mit anderen zu suchen.
Auch wollen wir sie darin bestärken, sich aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft zu beteiligen.
#WaswillstDutun? setzt auf den Prozess des Sich-Begegnens und des Kennenlernens anderer Perspektiven. Denn der Austausch mit anderen kann helfen, die eigenen Gedanken und Emotionen zu ordnen. Neue Perspektiven kennenzulernen kann es erleichtern, die eigene zu reflektieren.
#WaswillstDutun? ist ein Projekt der KZ-Gedenkstätte-Neuengamme.
Der Workshop wird in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. angeboten.
Weitere Seiten: