Infothek
Graffiti sind Inschriften, die Privatpersonen ohne Genehmigung und meist anonym an öffentlichen Orten hinterlassen. Das Anbringen dieser Inschriften in Gedenkstätten ist verboten. Dennoch verewigen sich Menschen hier, möchten sich nachhaltig und öffentlich zu etwas äußern. Ein weiteres Anbringen von Graffiti am historischen Gemäuer soll vermieden werden. Die, die bereits existieren, sind jedoch Teil der Geschichte der Gedenkstätte geworden und können Hinweise dazu geben, was die Besucher:innen beschäftigt.
Nina Aichberger ist Mitgründerin des Kollektivs »ungefragt«, das sich kulturwissenschaftlich und künstlerisch mit Besucher:innen-Inschriften an historischen Orten – insbesondere der KZ-Gedenkstätte Mauthausen – beschäftigt (https://www.un-gefragt.com/). In ihrem Vortrag spricht sie über einige der Botschaften und wie sie kontextualisiert werden können. Während manche Inschriften Ausdruck aktiven Gedenkens sind, bezeugen andere schlicht ein »Ich war hier«, wiederum andere enthalten politische oder religiöse Botschaften. Was sagen sie uns über den Ort und über die Menschen die diesen besuchen?
Zahlreiche Projekte, an denen Student:innen, Nachwuchs-Wissenschaftler:innen und junge Engagierte aus der Erinnerungskultur aktuell arbeiten, beschäftigen sich mit den Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Akteur:innen tragen damit aktiv zu einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft bei. In dieser Reihe soll ihnen und ihren Projekten, Vorhaben und Forschungen eine Plattform gegeben werden, um sie einer breiteren Öffentlichkeit – auch abseits der Universitäten und Fachbereiche – zugänglich zu machen.
In den Straßen St. Paulis erinnern zahlreiche Gedenktafeln und Stolpersteine an den Terror zur Zeit des Nationalsozialismus. Ebenso präsent ist aber auch das Spektrum der Gegenwehr.
Das Modellprojekt Prisma will mit Methoden der Medienpädagogik und der politischen Bildungsarbeit webbasierte Zugänge und Ansprachemöglichkeiten im Feld der Neuen Rechte entwickeln und erproben. Ziel ist das Anstoßen eines ideologischen Distanzierungsprozesses von Symphatisant*innen und Akteur*innen, die sich selbst alsneurechtsbezeichnen oder die durch ihr Verhalten eine Affinität zurNeuen Rechtendeutlich werden lassen. Schaut gerne vorbei https://prisma.online
Wie lecker ist koscher? Wie gemütlich ist der Schabbat? In sechs Folgen gibt der neue Podcast »Jüdisch in Hamburg – Inspirationen und Insights« Einblicke in interessante Aspekte jüdischer Kultur in der Hansestadt. Im Interview: Menschen, die etwas bewegen wollen.
Der Podcast ist ein Beitrag der Bildungsstätte Israelitische Töchterschule (Hamburger Volkshochschule) zum Jubiläumsjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.
Nach einem Brandanschlag auf ihre Flüchtlingsunterkunft in der Hamburger Halskestraße am 22. August 1980 starben zwei junge Männer aus Vietnam, Nguyễn Ngọc Châu (22) und Đỗ Anh Lân (18). Der Fall gilt als der erste rassistische Mord der BRD, die drei Attentäter um Manfred Roeder als Vorgänger des NSU. Zum 40. Jahrestag rekonstruieren Minh Thu Tran und Vanessa Vu den Anschlag anhand von Gerichtsakten, alten Zeitungsberichten und Gesprächen mit Zeitzeug:innen. Unter anderem besuchten sie die Mutter eines der Opfer, Đỗ Mùi, die Überlebenden Thị Kim Thoa und Thời Trọng Ngũ, sowie die damaligen Paten der beiden Männer, Gisela und Heribert von Goldammer. Was ist damals geschehen, wie haben die Geschehnisse die Angehörigen und Überlebenden verändert und wie geht es weiter?
Der BERTINI-Preis wird an junge Menschen verliehen, die sich für ein solidarisches Zusammenleben in Hamburg engagieren. Er unterstützt Projekte, die gegen die Ausgrenzung von Menschen in dieser Stadt eintreten. Er fördert Vorhaben, die Erinnerungsarbeit leisten und die Spuren vergangener Unmenschlichkeit in der Gegenwart sichtbar machen. Er würdigt junge Menschen, die ungeachtet der persönlichen Folgen couragiert eingegriffen haben, um Unrecht, Ausgrenzung und Gewalt von Menschen gegen Menschen in Hamburg zu verhindern.
Im Jahr 2020 zählte das Schulprojekt der Woche des Gedenkens »Familiengeschichten aus der NS-Zeit« zu den Preisträger:innen.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Seit einigen Jahren bemühen sich die Geschichtswerkstatt Horn, Einzelpersonen, die Wichern-Schule, die Gesamtschule Horn und die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter, auch in Horn an die Opfer der nationalsozialistisches Verfolgung durch Stolpersteine zu erinnern. In Horn sind zur Zeit 33 Stolpersteine verlegt, die auf der Website der Geschichtswerkstatt Horn aufgelistet werden. Per Klick auf »Biografie« erfahren Sie mehr über die Lebensgeschichte der Personen.
Prof. Dr. Detlef Garbe, Direktor Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen, nahm für die Zentrale Veranstaltung der Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte am 08. November 2020 seinen Vortrag »Kriegsende und Befreiung vor 75 Jahren – Wegmarken der Erinnerung in Hamburgs Mitte« auf. Hier finden Sie das Textdokument zu dem Vortrag.
Persönliche Familiengeschichten berühren – diese Erfahrung haben auch die SchülerInnen der Klosterschule und der Theatergruppe des Helmut-Schmidt-Gymnasiums im Rahmen der Woche des Gedenkens 2020 gemacht. Selbst in der 4. Generation können uns die Auswirkungen der eigenen Familiengeschichten beschäftigen. Eine Interviewreihe mit Gesprächspartner:innen aus jüdischen Familien, Familien im Widerstand und Familien von NS-Tätern.
ARBEITSBLATT ab Klasse 9 für den Unterricht
Zu den InterviewsEine ruhige Straße in Hamburg-Wilhelmsburg. Ein paar Passanten in Eile, alte Leute auf der Bank ins Gespräch vertieft. Am Rand des neuen Spielplatzes auf dem Kirchengrundstück steht ein Stein: ein fast vergessenes Kriegerdenkmal.
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