Film
Doppelprogramm: Zwei Filme und anschließendes Gespräch mit den Filmemachern „Yiddish! Vey iz mir“ und „The Presidents’ Tailor“
Metropolis Kino , Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Tickets hier (ab 08. April)
„Die Nazis wollten nicht nur Juden, sondern auch die jiddische Kultur vernichten“, sagt der Komponist Daniel Galay in Israel.
In New York lebt Martin Greenfield, er wuchs als Maxmilian Grünfeld mit Jiddisch auf, überlebte das KZ Auschwitz und wurde Amerikas größter Schneider.
Zwei kurze Dokumentarfilme (jeweils Original mit deutschen Untertiteln) und ein Gespräch mit den Filmemachern.
Präsentiert von der Woche des Gedenkens Hamburg- Mitte in Kooperation mit der Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e.V.
Yiddish! Vey iz mir ... Spurensuche nach einer fast vergessenen Sprache und Kultur
Dokumentarfilm / 35 Min. / Deutschland 2026 / OmU dt.
von Gernot Steinweg, Re Karen, Clemens Seiz, mit Gastbeiträgen von Daniel Bukowski, Ruth Levin, Daniel Galay, Rafaël Goldwaser
Jiddisch – eine Mischung aus Mittelhochdeutsch, Hebräisch und Slawisch – wurde von jüdischen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa gesprochen und breitete sich von dort über die ganze Welt aus. Es ist eine grenzüberschreitende, internationale Sprache, die nie Ausdruck einer militärischen Macht war. Vor dem 2. Weltkrieg sprachen weltweit etwa elf Millionen Menschen Jiddisch.
Der Musiker Daniel Bukowski (Hennef, NRW) erinnert sich an seine jiddischen Wurzeln. Als 14-jähriger Schüler lernte er Jiddisch, um seine aus Litauen stammenden und in Israel lebenden Großeltern besser verstehen zu können. Als er sie zu Ostern 1998 besuchte, traf er auf eine kleine, aber doch lebendige Szene, in der die jiddische Sprache und Kultur gepflegt wurde: Familienangehörige, Jugendliche, Musiker, Schauspieler, Autoren und Wissenschaftler. Damals begleiteten ihn die Filmemacher Gernot Steinweg (Regie & Ton) und Re Karen (Kamera). 28 Jahre später fragen sie nach, was aus dem Jiddischen geworden ist. Der Film gibt einen vielschichtigen Einblick in ein prägendes Element europäischer Kulturgeschichte. (Text: Gernot Steinweg )
The Presidents’ Tailor (Der Schneider der Präsidenten)
From Auschwitz to the White House (53 Min.)
Dokumentarfilm / 53 Min. / Deutschland 2024/ OmU dt. Regie: Rick Minnich
Maxmilian Grünfeld sprach Jiddisch, lebte in der Tschechoslowakei, verlor seine Familie in den Konzentrationslagern der Nazis und hatte keine Geschäftserfahrung. Martin Greenfield lebt in Brooklyn, spricht Englisch, schneidert Anzüge für US-Präsidenten und betreibt eine renommierte Herrenmaßschneiderei mit Kunden und Freunden aus der High Society. Es ist ein und derselbe Mann, eine über 90-jährige Modelegende. Martin Greenfield überlebte den Holocaust und wurde Amerikas größter Schneider. Mit seinem ansteckenden Lächeln, seinem Einfallsreichtum und seinem Beharren auf „Qualität mit inneren Werten“ arbeitete sich Martin von seinen bescheidenen Anfängen als Laufbursche in der GGG-Schneiderei in Brooklyn schnell zum bevorzugten Schneider für US-Präsidenten und Prominente hoch. Später stiegen seine beiden Söhne Jay und Tod in die Produktion mit ein, doch Martin blieb immer die Seele der Fabrik in New York. Doch nach vielen Jahrzehnten ist er nun langsam bereit für den Ruhestand. „The Presidents‘ Tailor“ ist ein Dokumentarfilm über die Geschichte des Mannes, der entgegen aller Widerstände von Maxmilian Grünfeld zu Martin Greenfield wurde. Der Film begleitet Martin und seine Familie beim anstehenden Generationswechsel in New York, aber auch auf Spurensuche in Europa und versucht seinen Werdegang nach New York zu verfolgen. (Text: Rick Minnich)
Veranstalter
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So 03.05.26
18:00 Uhr
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
20354 Hamburg
ja
Tickets hier (ab 08. April)
