Festival | Lesung | Diskussion/Gespräch | Musik/Konzert
Ein Abend für Esther Bejarano
Uebel & Gefährlich, Felstraße 66, 20359 Hamburg
Esther Bejarano (1924–2021) war Überlebende von Auschwitz, Mitglied des Mädchenorchesters, Antifaschistin, Zeitzeugin, Aktivistin – und bis ins hohe Alter eine laute, unbequeme Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt.
Dieser Abend ist ihr gewidmet: als Erinnerung, als Dank – und als Aufforderung, weiterzumachen.
Tanzperformance – Jenny Beyer
Jenny Beyer zeigt in ihrer Performance einen Ausschnitt des dokumentarischen Tanzsolos Zurück zu Ali. Im Zentrum steht die Biografie ihres Großvaters Walter »Ali« Beyer, kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Das Stück verbindet persönliche Erinnerung mit politischer Recherche und untersucht, wie sich familiäre Geschichten über den Körper künstlerisch vermitteln lassen. Es stellt Fragen nach Erbe, Erinnerungskultur und der Relevanz individueller Geschichten im aktuellen gesellschaftlichen Klima – angesichts eines europaweiten Erstarkens rechter Bewegungen.
Die Uraufführung findet bereits am 25.03.2026 auf Kampnagel statt: https://kampnagel.de/produktionen/jenny-beyer-zurueck-zu-ali-at
Lesungen
Dan Thy Nguyen liest aus „Sonnenblumenhaus“. Das Buch nähert sich den rassistischen Pogromen von Rostock-Lichtenhagen 1992 aus einer persönlichen Perspektive und fragt nach den blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur. Nguyen, Autor, Regisseur und Theatermacher, verwebt eigene Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse – und macht deutlich, wie tief die Kontinuitäten rechter Gewalt in der deutschen Nachkriegsgeschichte verankert sind.
Benet Lehmann liest aus „Esthers Spuren“, das Buch erzählt Esthers Leben aus ihrer eigenen Perspektive – und zeigt sie als Überlebende, Musikerin und unermüdliche Kämpferin gegen das Vergessen und gegen Rechtsextremismus. Die Recherchen zum Buch »Esthers Spuren« wurden mit einem Sonderpreis zum Thema Judentum und Antisemitismus des Humboldt-Preises und dem Silten-Preis für Holocaustforschung ausgezeichnet. Daneben schreibt Benet Lehmann für Zeitungen und Magazine.
Diskussion: Kontinuitäten rechter Gewalt – Warum Verdrängen keine Option ist
Mit: Jenny Beyer · Daniel Kahn · Dan Thy Nguyen · Benet Lehmann · Anton Sefkow (Enkel von Esther Bejarano) ·
Die Gesprächsrunde nimmt Esthers politische Haltung ernst: Erinnerung ist kein Selbstzweck. Diskutiert werden die Zusammenhänge zwischen historischer Gewalt, mangelnder Aufarbeitung und aktuellen rechten Bedrohungen – sowie die Frage, welche Verantwortung Kunst, Bildung und Zivilgesellschaft heute tragen.
Musik – Daniel Kahn
Der Musiker, Komponist und Dichter Daniel Kahn verbindet jiddische Lieder, Klezmer, Folk und Punk mit politischer Poesie und radikaler Gegenwartsanalyse. Kahn, der viele Jahre in Berlin lebte, steht für eine zeitgenössische, widerständige jüdische Kultur, die Erinnerung nicht museal denkt, sondern als lebendige Praxis. Seine Musik knüpft an Traditionen des antifaschistischen Widerstands an – mit Ironie, Wut und Hoffnung.
Ein Abend für Esther ist kein stilles Gedenken.
Es ist ein politischer Abend.
Ein künstlerischer Abend.
Ein solidarischer Abend.
Und vor allem: ein Abend, der Esthers Haltung weiterträgt.
Unterstützt wird der Abend von der Behörde für Kultur und Medien, dem Freundeskreis Neuengamme und der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.
Eintritt: 15 €
Anmeldelink wird in Kürze bereitgestellt
Do 23.04.26
19:00 Uhr
Uebel & Gefährlich
Felstraße 66
20359 Hamburg