Diskussion/Gespräch
„Der Obrigkeit untertan?“ Kirche und Politik – damals und heute
St. Jacobi Herrensaal, Jakobikirchhof 22, 20095 Hamburg
Das Verhältnis der evangelischen Kirchen zur Politik ist historisch bedingt durch eine große Nähe zum Staat gekennzeichnet. Bis 1918 bestand die enge Verbindung von Thron und Altar.
Während die demokratische Weimarer Republik von vielen Theologen als Obrigkeit nicht anerkannt wurde, gab es eine große Affinität zur nationalsozialistischen Diktatur. Der Hamburger Landesbischof von 1934 bis 1945 und Hauptpastor an St. Jacobi, Franz Tügel (1888-1946), war schon 1931 NSDAP-Mitglied geworden, hatte „Mein Kampf“ gründlich gelesen und sich bei den „Deutschen Christen“ engagiert. Auch nach dem Ende des „Dritten Reiches“ blieb er uneinsichtig.
Nach einem Impulsvortrag zu Franz Tügel wird über die notwendige Auseinandersetzung mit ihm und seiner Bedeutung für die Gegenwart diskutiert. Wie kann Kirche heute Integration fördern und politischen Extremismus verhindern?
Es diskutieren:
Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, Archivar und Historiker
Dr. Stefan Holtmann, Hauptpastor St. Jacobi
Marvin Becker, Dissertation zum Thema „Die Deutschen Christen als „Christen der Zukunft“? Nationalprotestantische Netzwerke,
Einstellungen und Diskurse in Westdeutschland von 1945 bis in die 1970er Jahre“
Veranstalter
Mi 06.05.26
19:00 Uhr
St. Jacobi Herrensaal
Jakobikirchhof 22
20095 Hamburg