Vortrag/Lesung
Aktivismus und Expertise. Wissensgeschichten sozialer Bewegungen seit den 1970er Jahren
Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und online, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Ob in der Friedens-, Umwelt- und Frauenbewegung – angesichts gesellschaftlicher Krisen wuchs seit den 1970er Jahren bei vielen Aktivist:innen der Zweifel, ob die etablierten Wissenschaften noch in der Lage waren, wirksame Lösungen für die Probleme der Zeit zu liefern. Daher war es für die sozialen Bewegungen zentral, eigenes Wissen über soziale, politische oder ökologische Herausforderungen und deren Bewältigung bereitzustellen. Sie mobilisierten mit diesem Wissen Unterstützung und nutzten es, um ihre politischen Anliegen voranzubringen.
Doch wie entstand dieses Wissen? Wann und wie wurde es wirksam? Ein neuer Sammelband an der FZH hat sich diesen Fragen gewidmet. Die Herausgeberinnen Anna Horstmann und Ruth Pope werden im Gespräch mit dem Historiker Alexander von Schwerin die wichtigsten Ergebnisse vorstellen und diskutieren. Für den Abend widmen sie sich dabei vor allem der Frauen- und Umweltbewegung der 1970er bis 1990er Jahre, richten ihren Blick aber auch auf die Gegenwart und fragen: Wie prägen die Neuen Sozialen Bewegungen noch heute unser Verständnis von Expertise und Aktivismus?
Moderation: Stefan Mörchen (FZH)
Gespräch:Anna Horstmann (Universität Bielefeld) / Ruth Pope (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) / Alexander von Schwerin (TU Braunschweig)
Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe "Geschichte wird gemacht – Zeitgeschichtliche Projekte aus Hamburg" satt.
In der Veranstaltungsreihe präsentiert die FZH an fünf Abenden in Vorträgen und Gesprächen aktuelle Forschungsergebnisse und Projekte. Das Spektrum der historischen Themen reicht von der Geschichte der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) in der NS-Zeit über die Wissensgeschichte sozialer Bewegungen seit den 1970er Jahren bis zur Entstehung, Arbeitsweise und Selbstverortung Hamburger Geschichtswerkstätten in den 1980er und 1990er Jahren. Fragen der Erinnerungskultur werden anhand des neu erschlossenen Nachlasses der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano beleuchtet, der nun im Archiv der FZH beforscht werden kann. In der abschließenden Veranstaltung bieten Expert:innen praxisnahe Einblicke in die Methode der Oral History und diskutieren den Umgang mit Zeitzeug:innen und mündlichen Erinnerungen. Damit verbindet das Programm wissenschaftliche Analysen mit lebendigen Debatten über zentrale Fragen der Zeitgeschichte.
Die Vorträge werden online via Zoom übertragen, der Link wird zeitnah auf der Website der FZH bekannt gegeben.
Alle Infos zur Vortragsreihe hier.
Veranstalter

Do 23.04.26
18:30 – 20:00 Uhr
Lesesaal der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und online
Beim Schlump 83
20144 Hamburg