Plakatmotiv „Woche des Gedenkens“ 2026
Antonia, Elin, Emma, Marlene, Penelope und Hanna stehen im Zentrum des diesjährigen Plakatmotivs der Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte – im Dialog mit einem historischen Foto von Schülerinnen der ehemaligen Israelitischen Töchterschule aus dem Jahr 1936. Die Jugendlichen engagieren sich in der Vielfalt-AG ihrer Schule und besuchten anlässlich des Holocaustgedenktages die Gedenkstätte Bullenhuser Damm, setzten sich in einem Workshop intensiv mit den Biografien der ermordeten Kinder auseinander und beschäftigten sich anschließend mit jüdischem Leben in Hamburg – u.a. in der neuen Dauerausstellung der Israelitischen Töchterschule.
Im Rahmen der „Lernexpedition Demokratie“ der Brecht-Schule wurden die 13jährigen selbst zu Vermittlerinnen: In Führungen durch die Wanderausstellung der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm erreichten sie über 500 Schüler:innen. Dabei erzählten sie nicht nur die Geschichte der 20 jüdischen Kinder, sondern stellten auch Bezüge zur Gegenwart her – etwa zu Verschwörungstheorien und Fake News und deren Gefahren für eine demokratische Gesellschaft.
Historisches Foto (Mai 1936, Schulhof der Israelitischen Töchterschule)
Das Foto zeigt unter anderem Nelly Kuppermann, die 1941 nach Litzmannstadt deportiert und 1944 im Vernichtungslager Kulmhof ermordet wurde, sowie mehrere Mitschülerinnen, von denen einige – wie Senta Horowitz, Edith Kuntzsch und Sofie Loebenstein – vermutlich Deutschland über Kindertransporte nach England oder Dänemark verlassen konnten. Über andere, wie Edith Engers und Lilo Hirt, sind heute kaum noch Informationen erhalten. Das Foto befindet sich im Treppenhaus zur neuen Dauerausstellung.
Fotograf: Dmitrij Leltschuk