Interview: Holger Artus im Rahmen der Woche des Gedenkens
In diesem Interview spricht Holger Artus über seinen Bezug zu Erinnerung und über die Arbeit, die er diesbezüglich leistet.
Mit der Verleihung des Preises "Verantwortung - damals und heute", der im Rahmen der Woche des Gedenkens Hamburg-Mitte verliehen wird, würdigte die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte sein langjähriges und unabhängiges Engagement in der lokalen Erinnerungsarbeit.
Seine Arbeit setzt bewusst im unmittelbaren Lebensumfeld an – in Straßen und Stadtteilen, dort, wo Menschen während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Mit Nachbarschaftsbriefen, biografischen Recherchen, Stolperstein-Initiativen und Gedenkaktionen bringt er Geschichte zurück in den Alltag.
Sein Ansatz ist niedrigschwellig, lokal verankert und macht deutlich, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht abstrakt sind, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattgefunden haben. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf bislang wenig beachteten Opfergruppen, darunter die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma sowie die italienischen Militärinternierten, die in Hamburg als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.