Diskussion/Gespräch

Podiumsdiskussion „Zukunft des Lagerhaus G – Partizipation und Perspektiven“

Sa. 07.05.22 15:00 Uhr

Deutsches Hafenmuseum, Hamburg, Standort Schuppen 50a

Der Eintritt ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.

Verschiedene Perspektiven auf Erinnerungskultur im Hamburger Hafen sollen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stehen. Das Lagerhaus G am Dessauer Ufer bildet den Ankerpunkt dieser Debatten.

Ab 1903 wurde das Haus als Speicher für sogenannte Kolonialwaren wie Kaffee, Tabak und Tee gebaut. Die Lage auf dem Kleinen Grasbrook spielte dabei eine wichtige wirtschaftliche Rolle für die Stadt, da das Lagerhaus zum Hamburger Freihafen gehörte und somit die Stadt von der kolonialen Ausbeutung profitieren konnte. 1944/45 wurde das Lagerhaus G zum Außenlager des KZ Neuengamme. Die SS inhaftierte dort zunächst mindestens 1.500 weibliche und später mindestens 2.000 männliche KZ-Gefangene. Zudem waren auch eine unbekannte Anzahl Kriegsgefangener sowie ca. 5.000 italienische Militärinternierte im Lagerhaus G und dem benachbarten Lagerhaus F eingesperrt. Alle Gefangenen mussten im Hafen und Hamburger Stadtgebiet Zwangsarbeit leisten.

Als eines der wenigen vollständig baulich erhaltenen ehemaligen KZ-Außenlager in Hamburg bietet das Lagerhaus G die Möglichkeit einer zentralen Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Hamburg.

Aktuell wird der neue Stadtteil Grasbrook geplant, der ein modernes Wohn- und Gewerbegebiet werden soll und ehemals Teil des Hafens und Standort für das Überseezentrum war. Das Lagerhaus G, welches unter Denkmalschutz steht, wird dadurch zu einem Kristallisationspunkt zur Umwidmung von Hafenorten. Doch welche Perspektiven auf das Lagerhaus G gibt es eigentlich?

Mit verschiedenen Akteur_innen, die in den Planungsprozess des neuen Stadtteils eingebunden sind, möchten wir diskutieren:

Welche Nutzungsformen können an einem Ort wie dem Lagerhaus G als Gedenkort Platz finden? Welche Rolle spielen die Anwohnenden der Stadtteile Veddel und Wilhelmsburg bei der Gestaltung des Lagerhaus G?

Wer entscheidet über die Entwicklung eines Gedenkortes und wie beteiligen sich dabei Angehörigenverbände, Zivilgesellschaft und städtische Akteur_innen? Wie lassen sich privatwirtschaftliche Interessen mit angemessenem Gedenken vor Ort vereinbaren?

Die Diskussion wird von Siri Keil, Kulturjournalistin, Moderatorin und Kulturvermittlerin, moderiert. Sie ist seit 2003 als Hörfunk-Journalistin tätig und arbeitet als Sprecherin für verschiedene Audio- und Filmformate sowie als Bühnen- und Veranstaltungsmoderatorin. Als Kulturvermittlerin konzipiert sie Veranstaltungs- und Vermittlungsformate mit den Schwerpunkten Erinnerungskulturen und Kulturpolitik.

Im Anschluss an die Diskussion wird Ursula Richenberger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Deutsches Hafenmuseum, einen weiteren Erinnerungsort im Hamburger Hafen im Rahmen einer Führung vorstellen. Der Schuppen 50a, in dem sich das Hafenmuseum befindet, erinnert an über 100 Jahre Arbeit im Hafen.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an initiative-dessauer-ufer@riseup.net.

 

 

Veranstalter

Sa 07.05.22

15:00 Uhr

Deutsches Hafenmuseum
Hamburg
Standort Schuppen 50a

Der Veranstaltungsort ist barrierearm und mit einem Rollstuhl erreichbar.

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Der Eintritt ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.